1425 dazu ward aus den vermoderten Archiven des
funfzehnten Jahrhunderts hervorgeſucht, wo Oeſt⸗ reich von dem damaligen Kaiſer Sigismund eine Anwartſchaft auf Niederbayern erhalten hatte, die aber, bei dem darauf folgenden Erloͤſchen der uͤber Niederbayern regierenden Seitenlinie der Wittels⸗ bacher, nicht einmal geltend gemacht worden, ſondern das erledigte Land an Oberbayern gefallen war. Fuͤr die Auffriſchung dieſes laͤngſt vergeſſenen An⸗ ſpruches, ſchloß Oeſtreich mit Churpfalz am 3. Ja⸗
1778 nuar 1778 einen Vertrag zu Wien, in welchem
Karl Theodor Oeſtreichs Anſpruche als gultig aner⸗ kannte, worauf Niederbayern, Mindelheim, und die boͤhmiſchen Lehen in der Oberpfalz von öſtreichiſchen Heerestheilen beſetzt wurden.
Friedrich ll., obgleich in Jahren bereits vor⸗ geruͤckt, war nicht gemeint, dieſe Vergroͤßerung Oeſtreichs durch Bayern, und die damit verbundene große Veraͤnderung in der teutſchen Reichsverfaſſung und im teutſchen Staatenſyſteme anzuerkennen. Doch wuͤrde es fruchtlos geweſen ſeyn, den ſchwachen Karl Theodor fuͤr die Auffaſſung einer hoͤhern politi⸗ ſchen Anſicht zu bearbeiten. Friedrich beſchloß daher, auf den muthmaßlichen Erben der geſammten Wit⸗ telsbachiſchen Lander, auf den Herzog von Zwei⸗ bruͤcken, Karl Auguſt Chriſtian, einzuwirken, der, von Friedrichs gewandtem Unterhaͤndler, dem Grafen von Goͤrz, aufgeregt, oͤffentlich gegen den Wiener Vertrag ſich erklaͤrte, und Friedrichs Vermittlung in dieſer Sache anſprach. So faßte Friedrich die diplo⸗ matiſche Verhandlung deshalb mit Oeſtreich auf, wo⸗ bei er zugleich die Anſpruͤche Churſachſens auf die bayriſche Allodialerbſchaft vertheidigte, welche Maria Thereſia nicht anerkennen wollte, ſo wie die— aller⸗


