Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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nern Staatslebens konnte Polen keinem ſeiner Nach⸗ barn bedenklich oder gefährlich werden.

Der Tod des Königs Auguſt III. von Polen 1763 ward die nächſte Veranlaſſung zur Einmiſchungein S. die polniſchen Angelegenheiten. Sein Sohn und Oet. Nachfolger in der ſächſiſchen Chur, Friedrich Chriſtian, hatte ſchon laͤngſt Friedrichs Verſpre⸗ chen, ihn auch auf dem Throne Polens anzuerken⸗ nen. Er folgte aber dem Vater nach zwei Mona⸗ ten im Tode nach, und Auguſts III. Enkel, der 1765 Churfuͤrſt Friedrich Auguſt von Sachſen, war 17. noch minderjäbrig, ſo daß ſein Oheim, der Prinz Dec. Laver, die ſächſiſche Chur fuͤnf Jahre hindurch, bis zu ſeiner Volljährigkeit, verwaltete. Nothwen⸗ dig nahmen ſeit Friedrich Chriſtians Tode die Ver⸗ handlungen uͤber die Koͤnigswahl in Polen eine an⸗ dere Wendung. Katharina wuͤnſchte die Thronbe⸗ ſteigung eines gebornen Polen(eines Piaſten), und namentlich des Grafen Stanislaus Auguſtus Po⸗ niatowski, der fruͤher polniſch⸗ſächſiſcher Ge⸗ ſandter in Petersburg geweſen war. Fuͤr dieſen Zweck naͤherte ſich Katharina dem Konige von Preu⸗ ßen, und Friedrich ging, fuͤr den von ihm ſehr richtig gewürdigten Preis eines Buͤndniſſes mit Rußland, auf Katharina's Abſichten in Hinſicht Polens ein.

Es ward daher, gleichzeitig mit der von Fried⸗ rich unterſtuͤtzten römiſchen Koͤnigswahl Joſephs, 1764 des älteſten Sohnes der Maria Thereſia, ein Buͤnd⸗ 27. niß auf acht Jahre zwiſchen Preußen und Rußland Mrz. am 11. Apr. 1764 abgeſchloſſen, nach deſſen Be⸗ 11. dingungen beide Maͤchte einander gegenſeitig ihren Apr. Länderbeſitz gewaͤhrleiſteten, und ſich verpflichteten,

ohne gegenſeitige Einwilligung weder Waffenſtill⸗