Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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Allein auch Friedrichs Laͤnder bedurften des Frie⸗ dens und der Erholung; und ſeine Vaterhand ſuchte die uͤberall ſich ankündigenden Spuren der Verwä⸗ ſtung durch den Krieg zu heben, oder doch zu mildern. Mehrere ſeiner Provinzen waren Jahre⸗ lang in den Haͤnden ſeiner Feinde, das reiche Schle⸗ ſien abwechſelnd der Schauplatz des Krieges geweſen. Er wußte aus der Geſchichte ſeiner Dynaſtie, die er ſelbſt geſchrieben hatte, wie tief die Marken durch die Folgen des dreißigjährigen Krieges erſchöpft wor⸗ den waren. Er wollte ſchneller heilen, und wählte fur dieſen Zweck die wirkſamſten Mittel. So vertheilte er aus ſeinen Magazinen Korn zur Nah⸗ rung und zur Ausſaat an den Landmann, und alle entbehrliche Zug⸗ und Dienſtpferde. So verwendete er die, zur Eroͤffnung des nächſten Feldzuges auf⸗ geſparten, Summen zur Herſtellung der niederge⸗ brannten Staͤdte und Doͤrfer, und zur Verminderung der von den einzelnen Gemeinden gemachten Schul⸗ den. So erließ er einzelnen Provinzen die Steuern, doch nur auf kurze Zeit, weil mehrjähriger Steuer⸗ erlaß die Thätigkeit der untern Staͤnde eher ver⸗ mindert, als erhoͤht. So unterſtuͤtzte er neue An⸗ ſiedler mit bedeutenden Vorſchuͤſſen. So ſetzte er die verſchlechterten Muͤnzen aus dem Umlaufe, ob⸗ gleich viele Tauſende unter dieſer durchgreifenden, aber freilich dringend nöthigen, Maasregel litten. So öffnete er in den Hungerjahren ſeit 1770 ſeine zunächſt fur den Kriegerſtand gefullten Kornmaga⸗ zine; ſo unterſtutzte er(1765) die Stiftung der

Bank zu Berlin, und bald darauf auch in den gro⸗

ßen Provinzialſtaͤdten. In allen Provinzen der Mo⸗ narchie regte ſich ein friſches Leben; denn von oben herab kam die Kraft und der Muth, von neuem