Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Hauſes Hohenzollern die Mitbelehnung erhalten hatte als er edigtes Lehen eingezogen. Ob nun gleich Ferdinand ſehr ungern die von dem Chur⸗ 1 fuͤrſten von Sachſen ſeinen ſchleſiſchen Glaubensge⸗ noſſen zugeſicherten kirchlichen Rechte anerkannte; ſo beſtaͤtigte er doch den abgeſchloſſenen Vertrag. Allein dieſer Vertrag ward in der Folge in vielfacher Hinſicht verletzt und, unter dem Einfluſſe der Jeſui⸗ ten, den Proteſtanten eine große Zahl ihrer Kirchen weggenommen*), bis endlich der Koͤnig von Schwe⸗ den, Karl Xll., nach ſeinen Siegen in Polen und 1707 Sachſen, den Kaiſer Joſeph l. zu einem Vertrage 1 vermochte, nach welchem den Proteſtanten in Schle⸗ ſien 125 ihnen entriſſene Kirchen zuruͤckgegeben wurden. Noch mehr wurden dieſe Rechte geſichert und die Macht des Jeſuitismus und Pfaffenthums in Schleſien unbeſchadet der im Breslauer Frieden

beſtaͤtigten kirchlichen und buͤrgerlichen Rechte der l Katholiken beſchränkt, als der groͤßte Theil Schleſtens mit der Grafſchaft Glatz von Oeſtreich

1742 an Preußen uͤberging. Ein friſches Volksleben

begann unter Friedrichs Il. weiſer Regierung, in

dem von der Natur reich ausgeſtatteten, ſo wie

von einem gewerbsfleißigen und in der Cultur und Geſittung hochſtehenden Volke bewohnten Schleſien. Seit dieſer Zeit war Schleſien nicht mehr, wie un⸗

*) Man vergleiche daruͤber die inhaltsſchwere Schrift von J. Gtlo. Worbs: Die Rechte der evan⸗ geliſchen Gemeinden in Schleſien an den ihnen im 17. Jahrhunderte gewaltthaͤtig genommenen Kir⸗

chen und Kirchengütern geſchichtlich dargeſtellt. Sorau, 1825. 8.