Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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ten liebte Friedrich Wilhelm nicht; ſie waren ihm durch den fehlerhaften Unterricht ſeines Jugendleh⸗ rers Rebeur verleidet worden. Er vertrieb den in ganz Teutſchland gefeierten Philoſophen Wolf aus Halle, und unter ihm ward die Akademie der Wiſ⸗ ſenſchaften zu Berlin im Kreiſe der Gelehrſamkeit eine Null. Mehr Sinn zeigte er fuͤr das Practiſche. Er ſtiftete uͤber tauſend neue Volksſchulen, wozu er 150,000 Thaler beſtimmte; er gruͤndete auf den Hochſchulen zu Halle und Frankfurt die Lehrſtuͤhle der Kameralwiſſenſchaften; ſein Werk war die Stif⸗ tung des Waiſenhauſes fuͤr Soldatenkinder in Pots⸗ dam, des Kadettenhauſes, der Charité, des Fin⸗ delhauſes und des mediciniſch⸗chirurgiſchen Colle⸗ giums zu Berlin. Mit Freuden nahm er 18,000 Proteſtanten aus Salzburg auf, welche ihres Glau⸗ bens wegen das Land verlaſſen mußten, und eben ſo eine bedeutende Zahl Diſſidenten aus Polen, welche der Einfluß der Jeſuiten in dem Beſitze und Genuſſe ihrer kirchlichen und buͤrgerlichen Rechte ſchmaͤlerte. Er war es, der ſich oͤffentlich gegen die von den Jeſuiten zu Thorn bewirkten Blut⸗ ſcenen erklaͤrte, wo viele edle proteſtantiſche Män⸗ ner und Häupter der, unter Polens Schutze ſtehen⸗ den, Stadt als Opfer eines graͤßlichen, von Jeſui⸗ ten veranlaßten, Juſtizmordes fielen*). Er war

d'une austerité et d'une frugalité digne des Premiers temps de la république romaine; ennemi du faste et des dehors imposans de la royauté; sa stofque vertu ne lui per- mettoit pas méme les commoditès les moins recherchées de ja vie.“

*) Man vergl. Fr. Doͤrne, Thorns Schreckens⸗ tage im Jahre 1724. Danzig, 1826. 8.