Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

ren; auch beſtand in den Niederlanden, ſeit dem ausgehenden Mittelalter, das Recht der weiblichen Nachfolge nach dem Erloͤſchen des Mannsſtammes. In den oraniſchen Erblaͤndern war aber, durch ver⸗ ſchiedene, einandet widerſprechende, Verfuͤgungen der furſtlichen Beſitzer, die Entſcheidung uͤber das kuͤnftige Erbrecht in denſelben ſchwierig geworden. Allerdings hatte der Konig Friedrich von Preußen, als Sohn der niederlaͤndiſchen Prinzeſſin Louiſe Henriette, die ſich im Jahre 1646 mit dem großen Churfuͤrſten vermaͤhlte, gegruͤndete Anſpruͤche auf dieſe Erbſchaft, zu welcher, außer dem Fuͤrſten⸗ thume Orange und den Grafſchaften Meurs und Lingen, noch ſechszehn zerſtreut liegende Beſitzungen gehoͤrten. Allein der Freiſtaat der Niederlande beobachtete nicht ohne Eiferſucht die ſteigende Macht Preußens in ſeinet Naͤhe, beſonders ſeit dem Er⸗ werbe der Laͤnder aus der Juͤlichſchen Erbſchaft, und Wilhelm UI., obgleich dem Koͤnige von Preußen nahe verwandt, und ihm in mehreter Hinſicht als Bundesgenoſſe verpflichtet, uͤberging doch in ſeinem Teſtamente, das er nach dem Tode ſeiner Gemah⸗ lin errichtete, die Rechte Preußens, und ernannte 1695 den Fuͤrſten Johann Wilhelm Friſo von Naſſau⸗ Dietz zu ſeinem alleinigen Erben, ſo wie die Gene⸗ ralſtaaten zu Vollziehern des Teſtaments. Da die⸗ ſes Teſtament mit den letzten Hausgeſetzen der ora⸗ niſchen Dynaſtie unvereinbar war, und, ſelbſt ab⸗ geſehen von den in dem Heirathsverttage des gro⸗ ßen Churfuͤrſten feſtgeſetzten Rechten der weiblichen Nachkommenſchaft, von dem teutſchen Hauſe des naſſauiſchen Geſchlechts die beiden älteren Linien Siegen und Dillenburg uͤberging, und vorzugsweiſe die dritte Linie Naſſau⸗Dietz beguͤnſtigte; ſo wider⸗ III. 2