Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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ſer Treuloſigkeit ſo beleidigt, daß er, im Namen der Seemächte, mit Oeſtreich am 7. September 1701,

1701 und mit Preußen am 30. December 1701, zu

einem Buͤndniſſe gegen Frankreich zuſammentrat, welches, nach ſeinem fruhzeitigen Tode(März 1702), von ſeiner Schwäͤgerin und Nachfolgerin auf dem brittiſchen Throne, der Konigin Anna, feſtgehalten, und durch ſie, vermittelſt des ſpätern Beitritts Portugals und Savoyens, noch erweitert ward.

So begann der ſpaniſche Erbfolgekrieg, an wel⸗ chem der König Friedrich I. mit einem Heere von 25,000 Mann Antheil nahm, obgleich die politi⸗ ſchen Verhaltniſſe dieſes Krieges die Intereſſen des brandenburgiſch⸗preußiſchen Staates gar nicht be⸗ ruͤhrten, und der Koͤnig, in der Uebereinkunft mit dem Kaiſer, nur die Verpflichtung zur Stellung eines Heeres von 10,000 Mann uͤbernommen hatte. Die preußiſchen Truppen kämpften theils in den Niederlanden, theils im ſuͤdlichen Teutſchlande, theils ſogar in Italien, wozu Marlbourough, bei ſeiner Reiſe nach Berlin, den König vermochte. So viele Demuͤthigungen ſeines Uebermuthes Lud⸗ wig XlV. im Laufe dieſes Krieges erfuhr; ſo gab

1711 doch der unerwartete Tod des Kaiſers Joſeph I. dem⸗

ſelben einen andern politiſchen Charakter, weil ihm, der ohne männliche Erben ſtarb, auf den Thronen der oͤſtreichiſchen Monarchie ſein nachgebohrner Bru⸗ der Karl folgte, fuͤr deſſen Thronbeſteigung in Spanien der maͤchtige Bund gegen Ludwig XIV. ſich bewaffnet und ein Jahrzehent hindurch gekämpft hatte. Nach Joſephs Tode ſchien die Erhaltung des politiſchen Gleichgewichts im europäiſchen Staa⸗ tenſyſteme zu verlangen, daß die Kronen Oeſtreichs und Spaniens nicht auf Einem Haupte vereinigt