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kel, den Herzog Philipp von Anjou, der Kaiſer Leo⸗ pold I. fur ſeinen zweiten Sohn, den Erzherzog Karl, um den Beſit dieſer reichen Erbſchaft; denn beide hat⸗ ten Schweſtern des Koͤnigs Karl II. zu Gemahlinnen gehabt. Ludwigs XlV. Staatskunſt, die, bei dem ein⸗ tretenden Tode ſeines Schwagers, einen neuen Krieg erwarten mußte, ſchloß deshalb im Jahre 1697 den Ryßwicker Frieden auf gemäßigte Bedingungen, damit er zu dem bevorſtehenden Kampfe friſche Kräfte ſam⸗ meln, und waͤhrend der Zeit des Friedens fur die Inter⸗ eſſen ſeiner Dynaſtie unterhandeln, und namentlich in Madrid die Abſichten Oeſtreichs uberfluͤgeln könnte. Dies gelang auch in der That der Feinheit und Ge⸗ wandtheit ſeines Geſandten Harcourt über die ſteife Foͤrmlichkeit des öſtreichiſchen Grafen Harrach, ob⸗ gleich Anfangs Karl II. ſeinem Neffen, dem Ecz⸗ herzoge, die ganze Erbſchaft zugedacht hatte. Wah⸗ rend aber Harcourts Geſchmeidigkeit zuletzt dem kraͤn⸗ kelnden Konige Karl und deſſen Miniſterium ein Te⸗ ſtament abliſtete, nach welchem Philipp von Anjou als der rechtmaͤßige Erbe der geſammten und unge⸗ theilten ſpaniſchen Monarchie ausgeſprochen ward, hatte Ludwig XIV. ſelbſt den Hranier, an der Spitze der Seemaͤchte, durch hinhaltende Theilungsver⸗ träge der ſpaniſchen Monarchie zu täuſchen geſucht, und Wilhelm ſchien wirklich zu glauben, daß Lud⸗ wig XIV. ſein gegebenes Wort und die unterzeichneten Vertraͤge halten wuͤrde. Als aber, nach Karls II. Tode, Ludwig XIV., mit Berufung auf Karls II. Teſtament, den mit den Seemaͤchten abgeſchloſſenen Verträgen Hohn ſprach, und mit der Erklärung: „es gebe keine Pyrenäen mehr“, ſeinen Enkel Phi⸗ lipp, zur Beſteigung des erledigten Thrones, nach Spanien ſandte; da fand ſich Wilhelm IIl. von die⸗


