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Grundſätzen des practiſchen Voͤlkerrechts, die Aner⸗ kennung diefer höhern Wuͤrde von den auswar⸗ tigen Mächten auf Verträgen, die deshaib abge⸗ ſchloſſen werden. Wenn daher ein Churfuͤrſt des teutſchen Reiches nach der Königswürde ſtrebte; ſo war die Anerkennung derſelben von dem Kaiſer die erſte Bedingung, daß andere europäiſche Regenten dem Vorgange des Kaiſers folgten.— Bei der Ab⸗ neigung Leopolds, in dieſen Plan des Churfuͤrſten einzugehen, ruhte die Verhandlung deshalb mehrere Jahre. Sie ward aber im Jahre 1699 erneuert, und fuͤhrte zu dem vom Churfuͤrſten gewunſchten Ergebniſſe. Denn während, durch die zufällige Deutung der in Chifferſchrift geſchriebenen Note aus Berlin an den brandenburgiſchen Unterhaͤndler in Wien, der Beichtvater des Kaiſers, der Jrſuit Wolf, in das Intereſſe des Churfurſten gezogen, und durch den Beichtvater die perſonliche Abnei⸗ gung des Kaiſers beſeitigt ward, gab, in politiſcher Pinſicht, die zu Wien angekommene Nachricht von dem Tode des kinderloſen Königs Karl des zweiten von Spanien den Ausſchlag zur Abſchließung des
700 Vertrages vom 16. November 1700 zwiſchen
dem Kaiſer und dem Churfuͤrſten. Denn die Staatskunſt Oeſtreichs ſah bei dieſem Todesfalle die Unvermeidlichkeit eines langwierigen Krieges uͤber die ſpaniſche Erbſchaft voraus, und dachte daran, kräftiger Unterſtützung für dieſen Kampf ſich zu ver⸗ ſichern. Zugleich ſollte aber auch Brandenburg fur die Zukunft an die Familienintereſſen Oeſtreichs ge⸗ feſſelt werden. Deshalb enthielt dieſer denkwuͤrdige Vertrag folgende Beſtimmungen. Das fruͤhere Buͤndniß vom Jahre 1086 zwiſchen Oeſtreich und Brandenburg wird erneuert; der Kaiſer erkennt den


