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Erzählungen für Regentage / Eduard Plouvier ; mit einer Vorrede von Georges Sand ; uebertragen von Julius Würzburger
Entstehung
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weißem Schmelz belegt, überſäet mit Bouqueten von blauen Blättern und Silberblumen; es hat die Form einer mythologiſchen Mnſchel. Vor dem Bette Herme⸗ lin. Man kann noch zwei kleine Pantoffeln von blauem Sammt beifügen, deren jeder mit einem Brillant ge⸗ ſchmückt iſt. Und um den Beweis zu geben, daß Ste⸗ nias Schönheit ſtolz die gefährlichſte Vergleichung heraus⸗ fordern darf, iſt in der Mitte des Kamins eine Venus Callyzipe von weißem Marmor in verkleinertem Maß⸗ ſtabe; und auf zwei Conſolen, deren Tabletten von Lapis⸗ Lazuli ſcheinen, Zieb Venus von Milo und die Venus Anadyomene.)

Stenia. Fabins.

(Im Augenblicke, wo der Vorhang in die Höhe ge⸗ zogen wird, iſt Stenia noch im Bette. Zum Beweiſe der Kämpfe, die ſie ſeit fünf Uhr in der Früh bewegen, liegen die Tücher am Rande des Bettes. Dieſer Zufall erlaubt einen Blick auf ein weißes volles Füßchen. Wenn man im Herzen von China dieſen wunderbar kleinen Fuß ſehen könnte, würden ſich alle Weiber des himmliſchen Reichs in den gelben Fluß ſtürzen. In dieſem Augen⸗ blicke kann der Zuſchauer, der eine gute Lorgnette hat, auch eine ſoeben von Stenia vergoſſene Thräue ſehen⸗ die von den unmerklichen Flammen an der Oberlippe aufgehalten wurde.)

Fabius.(Aus dem Boudoir kommend.) Ach⸗ Stenia! Stenia machen Sie mich nicht wahnſinnig, haben Sie Mitleid mit meiner Angſt! Ihr Brief, Ihr Brief lügt, nicht wahr? Sehen Sie mich zu Ihren Füßen!

Stenia(ſchon beruhigt durch dieſen Anfang).Se⸗ tzen Sie ſich doch, mein Herr!

Fabins.Stenia, ſei Du ſelbſt, ich leide! Du n es ſehen. Es iſt nicht wahr, was Dein Brief agt?