vollen Verſtand behielteſt: wie weit wirſt Du mich ver⸗ folgen? was willſt Du mit mir machen?“
Und der Kopf antwortete:
„An jenem Abend, Joſepho, als ich meinen Braven Lebewohl ſagte, indem ich ihnen meinen Entſchluß ver⸗ kündete, habe ich hinzugefügt, Du mußt Dich daran er⸗ innern, daß ich mein Leben in meiner Heimath, im Kö⸗ nigreiche Valencia beſchließen wolle; denn dort, ſagte ich, erwartet man mich ſeit vielen Jahren. Nun denn! nach Valencia ſollteſt Du mich bringen; Du kannſt Dich meiner nicht entledigen, hoffe nicht darauf. Du weißt, wie ver⸗ geblich es war, als Du es in Monaſterio verſuchteſt, verſuche es nicht mehr; es exiſtirt zwiſchen uns, Joſepho, ein geheimes verhängnißvolles Band, welches jetzt keine Macht zu zerreißen im Stande wäre, und käme ſie vom Himmel, und käme ſie von der Hölle! Verzichte alſo dar⸗ auf und bringe mich dorthin, wohin ich lebend gegangen wäre. Fort, fort, verliere keine Zeit, gehe, gehe; ich habe Eile, hinzukommen, und Du mußt ſie haben, um mich zu verlaſſen. Geh, die Todten gehen ſchnell.“
Vier Tage ſpäter ging Joſepho dem Gualadavier entlang, der das Königreich Valencia durchſchneidet, immer noch mit ſeiner ſchrecklichen Laſt beladen. Er war abgemagert und gealtert; beſonders war ſein rechter Arm, der Manoöls Kopf trug, ganz abgezehrt; ſein Geſicht und ſeine Kleider waren ſtaubbedeckt; die ihm begegneten, flohen vor ihm, indem ſie das Zeichen des Kreuzes machten. Dieſer vor einigen Tagen noch ſo friſche, ſo muntere und ſchöne Joſepho war ein ſcheußlicher Greis geworden; jede Stunde von Gewiſſensvorwürfen koſtet ein Lebensjahr, eine Furche auf der Stirne und eine Falte im Herzen.
„Muth! Joſepho,“ ſagte der rächende Kof.„Muth, wir kommen vorwärts; dieſen Abend noch werden wir in Levia ſein; die letzten Stunden ſcheinen immer die läng⸗


