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aber marſchire gut und ſei guten Muths, am Ziele des Wegs winken Dir tauſend Dukaten.“
Joſepho wird von einem convulſiviſchen Zittern er⸗ griffen; er will das Haupt laſſen, dem Gottes Gerechtig⸗ keit eine ſchreckliche Stimme verlieh, aber ſeine Nerven ſind derartig zuſammengezogen, daß er ſeine Hand nicht aufmachen kann, die den Lederſack feſthält. Es iſt ihm auch aufänglich nicht möglich, einen Schritt vorwärts zu thun, aber Satan ſtößt ihn gewaltſam weiter, und der Mörder eilt, nachdem er einmal im Schwunge iſt, raſch auf Madrid zu. Und wieder beginnt die Stimme:
„Vorwärts, eile, denke an die Dukaten! morgen wirſt Du, ohne Dich aufzuhalten, durch Tornemada, Venta⸗de⸗Trigueros und Cubegon kommen, und wirſt in Valladolid übernachten. Das iſt eine ſehr alte und ſehr prächtige Stadt, mit ihren vierzehn ſteinernen Brücken über den Esguera, mit ihrem alten düſtern Palaſte der ſpaniſchen Könige, und ihrem Crampo⸗Grande von fünf⸗ zehn Kirchen umgeben; was liegt daran, Du wirſt Dich nicht dort aufhalten. Du wirſt am andern Morgen den Duero paſſiren und Adaja, dann Valdeſtillas, und dann Olwedo. Am andern Tage wirſt Du durch die Gebirge von Guadarrama kommen und Neu⸗Caſtilien betreten; vor Ende des Tags wirſt Du in Madrid ſein. Gehe ſofort zum Ober⸗Alcade, er wird Dir den Lohn Deines
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Verbrechens zahlen. Eile, eile, Dein Weg iſt Dir vor⸗
gezeichnet, gehe und denke an die tauſend Dukaten!“
Und ohne Aufenthalt vorwärts eilend, kam Joſepho, durch den Dämon vorwärts geſtoßen, wenn er ſtehen bleiben wollte, außer ſich, von Gewiſſensbiſſen zerfleiſcht, und nachdem er das Bewußtſein ſeines Handelns faſt ganz verloren hatte, in Madrid an.
Als er vor dem Alcaldemayor ſtand, gab ihm die Gewißheit, bald den Preis für den Kopf des Räubers zu erhalten und ſich deſſelben zu eutledigen, ein wenig Kraft, und als er den Sack öffnete, nahm er mit einer


