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fruchtbaren Thale angezogen; dann gelangt man ins Dörfchen Monaſterio. Auf ſeinen verſchiedenen Excour⸗ ſionen für die Bedürfniſſe der Genoſſenſchaft war Joſepho niemals weiter auf der Madrider Straße gekommen! Da es noch ſehr früh war und er Niemanden begegnete, ſo war der Mörder, der ſich beeilte, aus den Bergen zu kommen, unangenehm überraſcht, als er Monaſterio hinter ſich gelaſſen hatte, ſich drei Wegen gegenüber zu finden, von denen er nicht wußte, welcher von ihnen nach Madrid führt. Er blieb ſtehen und ſetzte ſich auf einen Stein, um das Vorübergehen eines Landmannes zu erwarten, an den er ſich um Auskunft wenden konnte. Schon wartete er eine Stunde und ſah die Sonne ſich erheben, da fluchte er ungeduldig und ergriff ſeinen ledernen Sack, um nach Zufall einen der Wege einzuſchlagen, als er folgende Worte hörte:
„Geh die mittlere Straße.“
Joſepho erbebte, ein eiſiger Schweiß verbreitet ſich über ſeinen ganzen Leib, ſeine Haare ſträuben ſich, ſeine Zähne klappern heſtig zuſammen, denn er hat ſoeben die ſo wohl bekannte Stimme des Manoöl Aguila erkannt. Durch eine maſchinenmäßige Bewegung wenden ſich ſeine Blicke um ſich herum, nur Satan, der lacht und den der Mörder nicht ſehen kann, iſt da.
„Ich bin toll,“ denkt er,„meine Ohren haben mich getänſcht.“
Aber in demſelben Augenblick läßt ſich die Stimme wieder vernehmen, und Joſepho iſt wie gegen ſeinen Willen ſtarr vor Erſtaunen.
„Gehe die mittlere Straße,“ wiederholte ſie,„Du wirſt bald vor Burgos ſein. Halte Dich dort nicht auf, denn Du mußt eilen, um heute Abend noch in Villadrigo zu ſein, das Du erreichen wirſt, wenn Du dem Ufer des Arlanzon entlang gehſt und wo Du die Nacht in der Po⸗ ſada⸗del⸗Emgerandor zubringen kaunſt. Von Villadrigo haſt Du ungefähr noch fünfundvierzig Stunden nach Madrid;


