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Erzählungen für Regentage / Eduard Plouvier ; mit einer Vorrede von Georges Sand ; uebertragen von Julius Würzburger
Entstehung
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die ſich im Höhlengewölbe wiegt, betrachtete Joſepho noch einen Augenblick den Mann, für den er am Mor⸗ gen noch ſein Leben gewagt hätte; aber jetzt iſt das Verbrechen in ſeinem Geiſte begangen, und nichts kann ihn mehr hindern, und er ſieht Manoöl nur an, um die rechte Stelle zu ſuchen, wo er ihn treffen will. Doch zittert ſeine Hand noch, Satan führt ſie, ſie erhebt, ſie ſenkt ſich.. Dann vernimmt man einen entſetzlichen Donnerſchlag, der Himmel öffnet ſich in einem ungeheuren Blitze; der Engel ſtößt einen Schmerzeusſchrei aus und entfliegt, Joſepho fällt ohnmächtig zuſammen, und Satan ſtößt ein ſeltſames Hohngelächter aus, das bis zur Hölle wisdethalt

Als der Mörder wieder zu ſich kam, war das Ge⸗ witter vorüber und Alles wieder ruhig geworden, durch die Felſenöffnungen bemerkte er das ſchwankende Licht der Morgendämmerung; ſein Blick wandte ſich nach ſei⸗ nem Opfer: mit dem Finger dentete Satan auf einen ledernen Sack, der am Boden lag. Joſepho nahm ihn und warf Aguila's Kopf hinein. Dann ſchleppte er mit übernatürlicher Kraft den Körper bis zur Schlucht und ſtürzte ihn hinab... Die Fluthen ziſchten einen Augen⸗ blick, und Alles war zu Ende. Der Bandit raffte ſo⸗ dann eilig ſeine Waffen und einige Piaſter zuſammen, ergriff dann mit einer Hand den ledernen Sack und be⸗ trat den Pfad, der aus der Schlucht führt... Bald befand er ſich auf dem Wege nach Burgos.

Satan war ihm gefolgt.

Wenn man durch die Gebirge von Occa und das in einem benachbarten Thale liegende Städtchen Bribiesca gekommen iſt, findet man zwei tiefe Seen, deren jeder nur einen Umfang von fünfzig Schritten hat; man nannte ſie den weißen und den ſchwarzen See(pozo

blanco, pozo negro). Aus Bribiesca kommend, wird

das Ange von einem bezaubernden, bevölkerten und

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