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Erzählungen für Regentage / Eduard Plouvier ; mit einer Vorrede von Georges Sand ; uebertragen von Julius Würzburger
Entstehung
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würde, lauſend Dukaten verſprochen. Nun bin ich ſchwach, alt und unfähig, mich zu wehren. Wenn wir eines Tags von der Miliz Seiner katholiſchen Majeſtät angegriffen werden, werde ich der Zahl nicht mehr widerſtehen kön⸗ nen, und werde wie ein gemeiner Dieb gefangen. Dann wird man mir die Hände binden und wird mich, die Schmach auf der Stirne, durch alle dieſe Gegenden führen, deren Herr ich geweſen; dann werde ich in Madrid vor einer gierig gaffenden und ſtupiden Menge gehängt! Das ſoll nicht ſein, Tod und Donner!. Manoöl Aguila darf nicht ſo enden! Ihr begreift das, Brüder. Und jetzt, nicht wahr, werdet Ihr nicht mehr erſtaunt ſein, daß Ihr mich ſo betrübt und ſinnend ſeht, und werdet mich beklagen, denn ich leide viel.

Es folgte hierauf ein kurzes Schweigen; der älteſte Bandit unterbrach es zuerſt:

Manosl, ſagte er,warum ſo muthlos? Biſt Du nicht mit einer übermenſchlichen Kraft begabt, die ſtärker iſt, als unſere vereinigt! Sagteſt Du nicht oft, und wir glaubten es immer, und glauben es noch, daß Du mit einer göttlichen Macht begabt biſt, ſo lange Du dieſes Bildniß des San Jago an Deinem Halſe trägſt, und daß, ſo lange Du das Bild der Mutter Gottes bewahrſt, Du weder getödtet noch verwundet werden kannſt! Viele Kämpfe haben uns Deine Macht bewieſen, Manoöl, warum zweifelſt Du nun heute zuerſt an Dir?

Ich habe Euch getäuſcht, meine Kinder, dieſe Fi⸗ gur des heiligen Jakob gab mir meine Mutter im Ster⸗ ben, als ich zehn Jahre alt war. Dieſe heilige Jung⸗ frau iſt ein Geſchenk von meiner armen Innita, und ich habe dieſe koſtbaren Reliquien immer bewahrt, weil ſie mich an Alles, was mir am Liebſten auf der Welt ge⸗ weſen, erinnerten. Dieſe Macht, die Ihr mir zutraut, lag in meiner Willenskraft, und ich werde ſie nun ver⸗ lieren. Der himmliſche Schutz, der mich unverwundbar machte, war mein Arm, ich habe ihn verloren. Ich muß