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wiederhallen—„warum willſt du morgen nicht arbeiten gehen?“
„Nein, mein Herr, ich will nicht mehr; weder mor⸗ gen noch jemals; ich weiß nicht, wie ich mich bisher habe entkleiden können; aber es iſt zu Ende, meine Mut⸗ ter mag mich ſchlagen, ich werde doch nicht mehr gehen.“
„Sehen Sie die Niederträchtige!“ erwiederte die Mutter;„begreifen Sie das, mein Herr!“
„Ich begriff, daß die Scham aus dieſem Mädchen ſprach und ſich gegen den Beruf empörte, der zu ihrer Proſtitution geführt hätte.
„Ich wollte, ich weiß nicht was, in meiner Bewe⸗ gung dieſem Elende darbieten, als ein ſchmachvoller Ge⸗ danke meine Mildthätigkeit feſſelte. Ach! ich hatte ſo oft hohe und niedrige derartige Comödien geſehen!
„Führen Sie mich in Ihre Wohnung,“ ſagte ich zur Frau.
Dann betrat ich, ich glaube in der Straße Muvier eines jener Innern, wohin ſelbſt Gottes Gnade nicht ſieht. In einem großen viereckigen Zimmer der dritten Etage, wo die von der Feuchtigkeit zerriſſene Tapete da und dort an den Wänden herabhing, gab es vier Mieths⸗ leute: Einer in jedem Winkel. Es war ein Gaſſenkehrer und ſein Weib,— ein gllein ſtehender Bettler und ein verwittweter Lumpenſammler mit drei Kindern, die ſich an einem Lichte wärmten. Der letzte Winkel gehörte der Frau, die mich hieher führte, und ihrer Tochter. Sie zahlte für ihr Viertel Zimmer wöchentlich fünfundzwan⸗ zig Sous. Sie war die Wittwe eines Pflaſterers und zuerſt Fruchthändlerinz;—„aber,“ ſagte ſie,„das ſei ein ſchlechtes Geſchäft, ihr geringer Gewinn falle faſt ganz in die Hände des Geldverleihers, der ihr jeden Morgen ſo viel vorſtrecke, um davon ihren Vorrath ein⸗ zukaufen und den ſie am Abend mit fünfzig Procent Zin⸗ ſen zurückbezahlen müſſe.“


