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Erzählungen für Regentage / Eduard Plouvier ; mit einer Vorrede von Georges Sand ; uebertragen von Julius Würzburger
Entstehung
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lichen, daß ſie den Hungrigen in ſeinem Hunger ein⸗ ſperren, daß ſie das Haus, in dem man Brod macht, alſo gegen die hüten müſſen, die draußen ſind, wie die Gefängniſſe gegen die darin Befindlichen.

Ich überwand meinen knabenhaften Zorn und ging vorwärts. Es hatte gefroren und es ſchneiete in dieſem Augenblick auf das Eis. Die Nacht wurde ſchwarz.

Wenn man in einem Romane, zu deſſen Rahmen man ein wildes halb unbekanntes Land nehmen würde, die Männer, Weiber und Kinder malen würde, wie ich ſie traf, wie ſie aus den Gerbereien. Lohgruben und Lumpenmagazinen kamen, aus Hütten, finſtern Höhlen, ſchwarzen Gängen und Gaſſen, und die ich verwilderter, als ich ſie vor zehn Jahren geſehen, wieder fand, würde man gewaltig ſchreien über die Unwahrſcheinlichkeit, und der Roman würde unter dieſen Umſtänden großes Auf⸗ ſehen machen.

Während ich immer weiter ging und mein thörich⸗ ter Unwillen wie einſtmals zu kochen anfing, hörte ich aus einem Winkel einer Straße des Berges St. Geno⸗ feva ein Mädchen, das unter den Schlägen ihrer Mutter weinte, und bemerkte beim Lichte des verpeſteten Ladens einer Fruchthändlerin ein weinendes Kind von blenden⸗ der Schönheit.

Warum ſchlagen Sie es? fragte ich die Mutter.

Weil ſie eine Faullenzerin iſt, erwiederte die Mut⸗ ter.Sie ſagte mir ſo eben, daß ſie morgen nicht ar⸗ beiten wolle.

Was arbeiten? antwortete ich.

Bei den Malern, ihren Sudlern... was weiß ich?

Ich betrachtete das Kind genauer; es war drei⸗ zehn bis vierzehn Jahre alt und eine wahre Schönheit.

Ich begriff; dieſes hinreißende Geſchöpf diente in den Ateliers als Modell für die Engel.

Aber, ſagte ich,mein liebes Kind, und ließ mein altes wieder erwachtes Herz in meiner Stimme