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ſie glänzen, auf der Erde keine andere Aufgabe haben, als die Partei des Guten immer zu vermehren. An meinem erſten Werktage war Alles in mir bereit: der Gedanke, die Seele und der Körper: die Gefühle, die Empfindungen und die Ideen. Ich hatte meinen Geiſt für die Wiſſenſchaft und für die Kunſt gerüſtet, und mein Herz für die Liebe und die Freundſchaft vorbereitet. Nun, Gott gab mir einen Geiſt und ein Herz, die wie Zwillingg miteinander gehen und von denen man eins für das andere nehmen kann.. Gut denn, vom erſten Tage an bis zu dem, welchen ich zum letzten gemacht, habe ich die zahlloſen Kräfte meines Geiſtes und meines Herzens tapfer verwendet. Ich bin bis heute niemals entmuthigt worden; ich fing zehn Gebäude zehnmal von vorne an, indem ich alles herbeiſchaffte, was ſie bis zu den Sternen erheben ſollte Ich gab keine Hoffnung auf, bis ich ſie als Leiche ſah; die Lenden umgürtet und mit Oel eingerieben, habe ich, ein Athlet, hundert verſchie⸗ dene Athleten angegriffen, und hundertmal geworfen, habe ich mich hundertmal wieder erhoben. Ich trage den geheimen einzigen Ruhm mit mir, bis zum Ende Gutes gethan zu haben. Keine ſchlechte Handlung, keine falſchen Gedanken, keine unreine Empfindung, kein bitte⸗ res Wort, keine Begierde, keine Trägheit, keine Gering⸗ ſchätzung, nichts von allem dem, was die jungfräuliche Seele des Menſchen beflecken kann, habe ich zu bereuen. lind warum, mein Gott, hat man doch mein Herz ge⸗ brochen, meinen Geiſt abgeſtumpft, meinen Glauben ver⸗ nichtet? Warum gehe ich ſo traurig und verzweifelt in die Ferne?
Müſſen Alle, die wie ich an der Erringung des Guten feſthalten, einſt verzweifelnd inne halten wie ich? Oder bin ich wohl eine Ausnahme? Aber warum haſt du dann mich auserwählt, da du doch wußteſt, mein Gott, daß meine Kräfte ſich vor meinem Leben erſchöp⸗ fen würden!
Plouvier, Erzählungen für Regentage. 2


