1⁵
die äußere Freude zu verbergen mit welcher ich dieſen Befehl aufnahm..
Bezaubert, trunken, ſtrahlend davon, daß ich die Erlaubniß erhielt, auf dem Lande zu ſchlafen, ging ich bei völliger Dunkelheit in eine ſchlechte Herberge am Eingange des Hafens und verlangte ein Bett. Als ich allein war, ſchloß ich mich ein, zog die Vorhänge zu, und zitternd, erröthend und ſchon bereuend, aber entſchloſſen, in meiner Indiscretion bis zum Ende zu gehen, obwohl ich fühlte, daß ein Verbrechen drin liege, begann ich die
emerkungen zu leſen, die ich aus dem Zimmer des Schweigenden heimlich genommen hatte.
Dieß ſind die erſten Bemerkungen des Schweigen⸗ den, des Herrn der Sphinx:
„Fort! es iſt genug an fünf Jahren von Prüfun⸗ gen; genug des Muthes in meinem Eckel, der Erbitte⸗ rung in meiner Jugend! Mögen Andere, die kräftiger ſind, ihr ganzes Leben dieſem hungrigen Vampyr, der ſich Geſellſchaft nennt, zum Ausſaugen geben! was mich betrifft, ich fühle es, daß meine Adern vertrocknet, meine
erven abgeſpannt und meine Kraft gebrochen ſind. Meine Stirne iſt genug erröthet beim Anblicke meiner Brüder; mein Herz hat ſich genug für ſie erſchöpft; ich habe ihnen nichts mehr zu geben für ihren Egoismus. Genug! Gott kann nicht mehr verlangen! Ich habe den echer, der mir bis zum Rande gefüllt geboten wutde, bis zur Neige geleert, ich kann ihn nun am Ende wohl unter den Tiſch werfen... Genng, es iſt genug! ich entferne mich aus der Mitte der Menſchen, ich gehe ſo weit als möglich weg von dieſem Lande der intelligenten und raffinirten Menſchenfreſſer, welches Civiliſation heißt.
„Mein Vater tödtete ſich, weil ihm ſeine Freunde lachend, oder um ihn unbekümmert und ohne daß einer


