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Es hat eine Zeit gegeben, wo man ihn die Schule der Verzweiflung nennen konnte. Wir waren damals alle mehr oder minder René's Söhne, wir fühlten uns von jener bitteren Entzauberung berührt, deren Ein⸗ dringen Herr von Chateaubriand bei ſeinem erſten Auftreten angekündigt hatte. Er hat zuerſt dieſe Seelen⸗ krankheit lebhaft empfunden und mit Glanz beſungen; er hat uns dieſelbe ſeit unſerer Jugend eingepflanzt. Der Athem des Jahrhunderts brachte ſie uns unglück⸗ licher Weiſe; René's Gedicht lehrte uns, ihr einen Na⸗ men zu geben, und für ſie eine beſchreibende Form zu erfinden. Viele wurden ernſt berührt und ſind noch immer daran krank, ohne mehr davon ſprechen zu wol⸗ len. Da es ſolche waren, die von ihren Leiden Rechen⸗ ſchaft zu geben und andere dafür zu intereſſiren wußten, ſo wurde es bald Mode, nicht nur moraliſch, ſondern auch phyſiſch krank zu ſein. Vom Spleen gelangte man zur Bruſtkrankheit, und die Schule drohte ein Hoſpital zu werden, als das Publikum, indem es ſah, daß man hier nicht mehr ſtarb als anderswo, deſſen müde wurde Gräber zu erwarten, und Anderes verlangte.
Dann ſah man auf die Bruſtkranken die Raſenden folgen. Es entſtanden mehr Lara's als es René's ge⸗ geben hatte, und darauf die Don Juan's in Ueber⸗ fluß. Es gab ſelbſt Lycanſchmerzen*). Man ſah eine Maſſe wahrhaft raſender Erzeugniſſe entſtehen, wo der
) Wahnſinnige, die ſich einbilden, Wölfe zu ſein. Anm. d. Ueberſ.


