Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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daß Du, der noch ſo jung iſt und der in der Welt eine ſo wenig regelmäßige Stellung einnimmt, ſchon ein einfacher Ritter des Ordens, geſchweige Commandeur ſeieſt.— Ich kann mir die Kühnheit, ja das Verbrechen Deiner Verkleidung nicht erklären.

— Das Band, welches an meiner Bruſt glänzt, iſt we⸗ nige Tage nach meiner Geburt auf meine Wiege gelegt worden, antwortete Laurent ernſthaft; Ludwig Xlv. ſtand, wie es ſcheint, mit meiner Familie auf ſehr gutem Fuße.— Du wirſt mich ſehr verbinden, wenn Du keine weiteren Erklärungen verlangſt; es wäre mir unmöglich ſie Dir zu geben.

Der Eintritt des ſchönen Laurent machte in den Salons des Gouvernements eine große Senſation. Ducaſſe erblaßte beim Anblick des Commandeurkreuzes, welches der Flibuſtier trug. Er fürchtete, dieſe Entweihung werde, bei Hof berichtet, ein unauslöſchliches Aergerniß erregen und die Zukunft der Co⸗ lonie von St. Domingo verderben. Die Verlegenheit des Statt⸗ halters wurde noch vermehrt, als der Baron de Pointis ihn, auf Laurent deutend, fragte, wer dieſer Mann ſei.

— Admiral, antwortete er ihm, das iſt nächſt Montbars der berühmteſte und populärſte unſerer Flibuſtier; man nennt ihn den ſchönen Laurent. Er iſt es, der vor Knrzem jenen un⸗ glaublichen und großartigen Kampf beſtanden hat, deſſen Ruf, wie Sie mir geſagt haben, bis zum Throne gedrungen iſt, ein Kampf, in welchem er mit einer Fregatte von ſechzehn Kanonen eine ſpaniſche Admiralgallione und deren Geleitſchiff, zwei mit hundertundzwanzig Feuerſchlünden und dreitauſend Mann aus⸗ gerüſtete Schiffe, in die Flucht gejagt hat.

— Es handelt ſich jetzt nicht um jene bewundernswerthe Waffenthat, ſagte de Pointis; warum trägt denn dieſer Laurent das Großkreuz des Ordens?

— Ich muß geſtehen, daß ich es nicht weiß, ich ſehe ihn heute zum erſten Mal mit dieſer Decoration.