Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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Tochter iſt für mich der Inbegriff der ganzen Welt. Mit ihr zu leben iſt mein einziger Traum, mein einziger Wunſch!— So⸗ bald ich dem Glück ihrer Gegenwart entſagen müßte, würde mein Geiſt ſeinen Willen, mein Körper ſeine Kraft verlieren; ich würde eine wandelnde Leiche, ein erbärmliches Weſen wer⸗ den!— Nach dieſem Geſtändniß wird es wohl überflüſſig ſein, hinzuzufügen, daß ich nichts ſchonen, vor nichts zurückbeben werde, um Deinem gehäſſigen Unternehmen entgegen zu treten, Deine Abſichten zu verhindern.— Laurent, ein ſtolzer, hoch⸗ müthiger Geiſt wie der Deinige verachtet die Lüge; Deine Of⸗ herzigkeit wird zu allgemein gerühmt, als daß Du dieſen Ruhm nicht wirklich verdienen ſollteſt; endlich hat jeder Menſch, wie hoch er ſich auch über die ganze Menſchheit ſtellen möchte, immer eine ſchwache oder eine edle Seite: Du beſitzeſt, ich bin davon überzeugt, die Religion des Eides, Du haſt Dein Wort noch niemals gebrochen. Im Namen Deines Stolzes, Laurent, be⸗ ſchwöre ich Dich, mir zu antworten: wirſt Du Gewalt anwen⸗ den, wenn Waldblume Dir Widerſtand leiſtet?— Wenn dieß der Fall iſt, ſo ſage ich Dir es im Voraus, daß ich nichts ſcheuen werde, um Dich zu ermorden, da ich Jeanne's Ehre nicht dem Zufall eines Duelles preisgeben möchte. Und, ſo wahr Gott lebt, ich glaube, daß der Mord mir gelingen werde!

— Du biſt immer derſelbe, Matroſe, antwortete der Fli⸗ buſtier mit vollkommener Ruhe: rechtſchaffen und gewaltthätig, tugendhaft mit Wuth! Deine Energie entbehrt der Originalität und ſtreift an Monotonie; thut nichts, ſie iſt immerhin ſo leb⸗ haft und ſo jugendlich, daß ſie mir gefällt. Deine Drohung, mich zu ermorden, wird auf meine Antwort keinen Einfluß ha⸗ ben; ich beſitze, wie Du ſelbſt geſagt haſt, zu viel Stolz, um der Eigenliebe zugänglich zu ſein; es wird Dir wohl niemals ein⸗ fallen, daß Dein Dolch meine Offenherzigkeit könnte!

— Nie! Laurent.