— 62
Freund, kannſt Du mir darüber nichts anhaben, im Gegentheil! Ich habe bloß in Deinem Intereſſe mit Dir gebrochen!— Ich bitte Dich, laſſe mich ohne Unterbrechung weiter reden; ich werde Dich ebenfalls ruhig anhören.— Ich fahre fort: Als ich mich von Dir trennte, Matroſe, war es für mich unbeſtreitbar, daß Du für Waldblume eine glühende, aufrichtige Liebe hegteſt!— Es iſt Dir nicht unbekannt, da ich Dir oft genug wiederholt habe, daß dieſes anbetungswürdige Geſchöpf auf mein Herz einen tiefen Eindruck gemacht hat!— Als ich Dich verwundet, dem Tode nahe ſah, da fühlte ich, ich erinnere mich deſſen noch, eine edle Regung; ich wollte dem Plan, Waldblume zu meiner Mätreſſe zu makhen, entſagen, Dir freies Feld laſſen!— deßhalb haſt Du von mir nichts gehört.
— Und jetzt, Laurent?
— Jetzt, Matroſe, habe ich die Gewißheit erlangt, daß die Tugend zu meinem Temperament durchaus nicht paßt. Je mehr ich Waldblume vergeſſen wollte, deſto mehr iſt meine Lei⸗ denſchaft für ſie gewachſen; ohne die Ankunft des königlichen Geſchwaders hätte ich mich ſchon zu ihr begeben; die hinge⸗ bungsvolle Liebe iſt entſchieden eine tolle Sache. Wenn man an
nichts mehr glaubt, ſo bleibt einem, um nicht in die Schmach
des Selbſtmordes zu verfallen, nichts weiter übrig, als in der Befriedigung der geringſten Wünſche, die man hat, gerade vor⸗ wärts zu gehen, und zwar ohne den Kopf umzuwenden, und ohne auf den thörichten Edelmuth des Herzens zu achten. Auf Erden gibt es nur eine Wahrheit: die Gewalt. Jedes Zuge⸗ ſtändniß, das man den Empfindungen eines andern macht, iſt ein Akt der Schwäche: man muß das Glück mit Sturm nehmen.
— Laurent, erwiderte der Ritter mit ernſter, bewegter Stimme, ich werde ſo offen ſein, wie Du. Ich bitte nun auch
Dich, mich nicht zu unterbrechen. Meine Liebe für Waldblume hat den höchſten Grad der Leidenſchaft erreicht. Graubart's
Iochte lehen hald mein ich wi den!
in
werde, Deine müthi heri nicht hoch eine ſ iber Meme ſchi den, dieß ſcheu nicht wahr
buſti tuge und huſt nic ben; Eige füller


