Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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— Von Deiner Tugend; denke Dir, theurer Freund, dieſe Herren ſind mit der irrthümlichſten, abſcheulichſten Mei⸗ nung von uns hier angekommen. Sie ſtellten ſich vor, in uns lauter rohe Trunkenbolde zu finden, die beſtändig fluchen und ſich mit Fauſtſchlägen traktiren, die mit einem Worte abſcheu⸗ liche Ungeheuer ſind. Die Flibuſtier wären ihrer Meinung nach ſchmutzige zerlumpte Kerle, halb rohe Matroſen, halb wilde Ka⸗ raiben. Ich muß aber den Herren die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß ſie von ihrer erſten Meinung zum Theil ſchon zurück⸗ gekommen ſind. Jetzt will ich ihnen beweiſen, daß die Inſel St. Domingo Perſönlichkeiten beſitzt, die in jeder Beziehung: an Geiſt, an Muth, an Geburt hervorragend ſind, und den Vergleich mit den Berühmtheiten des Hofes unſtreitig aushalten. Ich habe Dich daher als Muſter von Zartgefühl und Beſtändigkeit im Punkt der Liebe angeführt.

Dieſe Antwort trieb dem jungen Manne die Schamröthe in's Geſicht.

— Ich ſehe, Du wirſt böſe, fuhr Laurent fort. Zum Teu⸗ fel, Matroſe, Du weißt, daß ich Alles im Scherz nehme. Gib mir den Arm, und laß uns ein Bischen herumgehen; ich habe mit Dir zu reden.

Der ſchöne Laurent grüßte ſodann die Offiziere mit aus⸗ geſuchter Höflichkeit, und entfernte ſich in Begleitung des Ritters.

— Louis, fuhr er fort, ſobald ſie ſich am äußerſten Ende des Hofes befanden, das heißt, wo ſie kein neugieriger Lauſcher behorchen konnte, Du haſt vielleicht das lange Schweigen, wel⸗ ches ich Dir gegenüber beobachtet habe, ſeltſam und unange⸗ meſſen gefunden. Als Dein Matroſe hätte ich mich um Dein Schickſal bekümmern, Dich über meine Angelegenheiten ſtets benachrichtigen ſollen, ich hätte Dir vorſchlagen ſollen, an den erfolgreichen Operationen, die ich ſeit unſerer Trennung ausge⸗ führt habe, Theil zu nehmen, das iſt wahr! Indeß, theurer

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