Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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Natur ſo viel als möglich genähert haſt, Du biſt dennoch nicht frei von den menſchlichen Leidenſchaften. Du hängſt noch mit der Geſellſchaft durch Deinen innigſten Wunſch zuſammen.

— Ich verſtehe Dich nicht, Montbars.

— Ich erkläre mich. Se. Majeſtät Ludwig XIV. hat den Herrn Baron de Pointis, welcher das königliche Geſchwader be⸗ fehligt, mit ſeiner Vollmacht bekleidet. Was Pointis thun wird, wird wohlgethan ſein. Wenn dieſer Admiral zum Beiſpiel Dir den Adelsbrief bewilligt, ſo würde dieſer von dem König ſane⸗ tionirt werden.

— Glaubſt Du, Montbars? fragte Graubart mit einer Lebhaftigkeit, die bei ihm nicht gewöhnlich war.

— Ich ſpreche mit Ueberzeugung. Jetzt denke, Graubart, wenn Du Deinen Einfluß bei den Boucaniern benützeſt und es Dir gelingt ſie zu vereinigen, wenn Du Dich an ihre Spitze ſtellſt und Du dem Baron de Pointis nicht Deine Dienſte, ſon⸗ dern einen Handel anbieteſt: glaubſt Du wohl, daß er Dich zurückweiſen würde? Nein, mein alter Freund, er wird Deine Bedingungen annehmen.

Graubart war in tiefes Sinnen verloren und hörte den Flibuſtierchef nicht mehr. Endlich hob er ſeinen auf die Bruſt geſenkten Kopf in die Höhe und ſagte mit dem Tone wilden Stolzes, der nicht ohne Würde war:

— Einen Augenblick haben Deine Worte mich geblendet, doch jetzt iſt mein Entſchluß unwiderruflich gefaßt, ich willige nicht ein.

— Aber mein Vater, ſagte ſchüchtern Waldblume, welche dem Geſpräch der beiden Freunde, ohne daran theilzunehmen, ängſtlich gefolgt war, ſeit dreißig Jahren ſchon wünſcheſt Du dem Adel anzugehören; warum willſt Du die ſo ſchöne Gelegen⸗ heit, die ſich Dir zur Erfüllung Deines Wunſches darbietet, zu⸗ rückweiſen?