Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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— Das iſt wahr, Waldblume, aber es beunruhigt mich nicht. Jsmerie iſt kein Weib, das ſich einſchließt. Sie liebt das Herumlaufen zu ſehr, als daß ſie ſich freiwillig ein Gefängniß auflegen ſollte. Ich werde ſie ſchon auf neutralem Gebiete zu treffen wiſſen. Reden wir nicht weiter davon.

Waldblume begann nachzudenken, dann ſchien ſie nach kurzer Weile einen Entſchluß zu faſſen und ging aus dem Speiſe⸗ ſaale. Zehn Minuten ſpäter glaubte Morvan, der noch immer am Fenſter ſtand, durch die Finſterniß zwei nebelhafte weiße Ge⸗ ſtalten gleiten zu ſehen; er dachte, Waldblume müſſe Ismerie von der Gefahr, welche letztere bedrohte, in Kenntniß geſetzt haben. Der Gedanke einer augenblicklichen Berührung zwiſchen der Buhlererin und dem jungen Mädchen machte einen pein— lichen Eindruck auf ihn.

— Ach mein Gott, murmelte er dann erblaſſend, jetzt begreife ich Alles; Jeanne's Verlegenheit, ihre ſo plötzliche und außerordentliche Veränderung, ihre Befangenheit mir gegenüber, ihr Rath, daß ich abreiſen ſollte— ja, ſo iſt es,— Jeanne wird bei unſerer Rückkehr von der Jagd das Geheimniß von dem Rendezvous dieſer Elenden erfahren haben.— Armes Kind, wie hat ſie leiden müſſen, als ſie den Schleier ihrer keuſchen Unwiſſenheit ſo roh zerreißen ſah.— Verdammt! Dieſes Unglück fehlte mir noch!— Genöthigt zu ſein, auf dieſe heilige und koſtbare Vertraulichkeit, die mich mit ſo reinen Freuden be⸗ rauſchte, zu verzichten!— Dieſes Opfer geht über meine Kräfte! — Ja, aber wie iſt es zu vermeiden?— Ach, Jeanne, die von ihrem Zartgefühl berathen iſt, hat Recht mich für immer aus ihrer Gegenwart zu verbannen. Wie muß ſie mich verachten und haſſen, wenn ſie ſich erinnert, mit welchem Feuer ich vor Kurzem ihr meine Zärtlichkeit ſchilderte!

Eine Weile, nachdem Waldblume ſich entfernt hatte, und während Morvan mit fieberhafter Ungeduld die Minuten zählte,

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