davon in Kenntniß ſetzen, nicht wahr? Der Gedanke allein unter⸗ zugehen erſchreckt mich, während der Tod an Deiner Seite— — Kurz, ich rechne auf Dich, mein Ritter! Auf Wiederſehen, noch— Ach ich ſinke um vor Schmerz— meine Kraft iſt ge⸗ brochen, ein wenig Ruhe wird mir ſehr wohl thun.
Jeanne's Röthe und Verlegenheit bei dieſen Worte ſtan⸗ den mit der gewöhnlichen Offenheit ihrer Sprache in Wider⸗ ſpruch; das arme Kind hatte ganz Recht, als ſie ſagte, ſie verſtehe nicht zu lügen. So wie Morvan fühlte auch ſie das gebieteriſche Bedürfniß ſich mit ihren Gedanken allein zu befinden, um ſich die erſtaunliche Bewegung zu erklären, welche in ihr vorging, als ſie zu ſterben glaubte. Ruhen, ſchlafen! ſie hätte es gar nicht vermocht, ſie dachte nicht einmal daran——— Nie hatten lebhaftere, ſtürmiſchere Empfindungen ihr Herz heftiger pochen laſſen. Ihre durch die Leidenſchaft aufgeregte unſchuldvolle Seele kämpfte gegen ein undurchdringliches Geheimniß; ſonder⸗ bare Streiflichter, die ſie erſchreckten und entzückten zugleich, er⸗ hellten unbeſtimmt die Finſterniß ihrer Unwiſſenheit.—— Nach⸗ dem Waldblume fort war, ging Morvan mit ungleichen haſtigen Schritten am Verdeck auf und ab.
— In welch ſonderbarer Lage befinde ich mich! mur⸗ melte er ohne ſich um die Wogen, die auf's Verdeck fielen, noch um den Lauf der Fregatte zu kümmern. Die heftigſte Liebe glüht mir im Herzen, ich werde wiedergeliebt, und muß dennoch die gehäſſigen, verbrecheriſchen Bemühuͤngen eines Nebenbuhlers dulden! Und welch ein Nebenbuhler! Ein Mann, der keine Hinderniſſe kennt, den in ſeinen Vorſätzen nichts aufhält. O fataler Eid, der mich bindet! Warum habe ich es nicht ſchon früher bemerkt, daß ich einen falſchen Weg eingeſchlagen habe? Ich hätte begreifen ſollen, daß Nativa für mich nur Werth zu haben ſchien, weil ich ſie in meiner Einſamkeit erblickte, und daß ich ſie nicht wahrhaft liebte. Ich hätte mich ihr nicht ganz und


