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Dir wohl thöricht ſcheinen.— Die vergangenen Leiden ſind mir theuer, die Erinnerung daran iſt mir ſüß.— Jetzt ſcheint es mir, daß es ein Glück ſei, ſo zu leiden.—
Waldblume beſaß, wie alle geraden und einfachen Natu⸗ ren, die ſich ſelbſt überlaſſen und mitten in der erhabenen Pracht der Natur aufgewachſen ſind, eine Poeſie der Sprache, die mit ihrer rührenden undunwiderſtehlich reizenden Schönheitwunderbar harmonirte. Auch mußte Morvan alle ſeine edlen Gefühle zu Hilfe rufen, um Jeanne's keuſche Unwiſſenheit nicht durch ein allzu lebhaftes Licht zu verletzen. Zu Thränen gerührt, außer ſich vor Entzücken, dachte er über eine Antwort nach, als zwei wüthende Wogen, ſich im Laufe begegnend, über der Fregatte zuſammenſchlugen, die vom Kiel bis zum Gipfel des großen Maſtes erzitterte. Alle am Bord hielten ſich für verloren.
— Waldblume, ich liebe Dich! rief Morvan, der, über⸗ zeugt, daß ſein letzter Augenblick gekommen ſei, das Mädchen mit Leidenſchaft an ſeine Bruſt drückte und ihr mit heißen Lip⸗ pen den erſten Kuß gab.
Bei dieſer für ſie neuen Berührung ſchloß Waldblume die Augen; ein krampfhaftes Zittern durchbebte ihren Körper, Leichenbläſſe bedeckte ihr Geſicht; ihr Kopf neigte ſich wie eine Lilie, deren Stengel vom Sturme geknickt iſt, ſie verlor das Bewußtſein. In dieſem Augenblick erhob ſich die Fregatte noch einmal und Laurent's Stimme, die mitten im Wüthen des Sturmes oder der Schlacht immer ruhig blieb, gab den Flibu⸗ ſtiern ihren Muth, faſt die Hoffnung wieder.
— Kinder! ſagte er zu ihnen, Euer Herz iſt zu ſtark, um den Tod zu fürchten; aber ihr ſollt auch hoffen und ich glaube, daß wir in fünf Minuten gerettet ſind.
Und in der That fand ſeine Genie Mittel durch Anord⸗ nungen, die von ſeinen tapfern Flibuſtiern faſt eben ſo ſchnell ausgeführt, als von ihm anbefohlen wurden, das Schiff in's


