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brochen, ſtürzte auf die vom höchſten Schreck befallenen Spa⸗ nier. Am Bord der Fregatte ertönte ein Hurrah, das bis zu den Wolken drang. Die Flibuſtier hatten von ihrem mächtigen Feinde nichts mehr zu fürchten.
— Der Feigling, der es nicht gewagt hat, uns zu en⸗ tern! ſagte Laurent. Kein Mitleid für ihn; er möge die Strafe ſeiner Schande tragen.
Ein wenig ſpäter wandte ſich die Fregatte mit günſtigem Winde gegen das Hintertheil der Gallione, und die Mannſchaft derſelben wurde durch mehrere Dechargen ſtark gelichtet.
— Wenn ich noch fünfzig unverwundete Männer hätte, rief Laurent, ſo würde das Admiralſchiff ſeine Flagge ſchmählich an ſeinen Vordermaſt gebunden ſehen, es wäre in meiner Gewalt.
Die Zahl der waffenfähigen Flibuſtier betrug jetzt nicht mehr als ſechzehn Mann.
— Freunde, ſagte Laurent, jetzt gilt es kühn ſein. Die Gallione des Vice⸗Admirals nähert ſich uns ſichtlich. Einen neuen Kampf gegen fünfzehn hundert Mann und ſechzig Kano⸗ nen zu beſtehen, daran läßt ſich nicht denken. Unſere würdige und feſte Haltung allein kann uns aus der Verlegenheit helfen. Gewinnen wir dem Viceadmiral den Wind ab, zum Glück hat er ihn jetzt gegen ſich, und bieten wir ihm die Schlacht.— Zeuge der Kataſtrophe, welche der Admiral erlitten hat, wird er den Kampf nicht aufzunehmen wagen.
Laurents Vorherſagung ging pünktlich in Erfüllung; ſein kühnes Manöver hatte ganz den Erfolg, den er erwartete. Der Spanier ergriff die Flucht*).
*) Der ſpaniſche Admiral wurde, weil er es nicht gewagt hatte, Laurent anzugreifen, zum Tode verurtheilt, und mit dem Schwert hingerichtet. Ludwig Xlv., von der großartigen Waffenthat des Flibu⸗ ſtiers in Kenntniß geſetzt, ſchickte ihm einen Naturaliſationsbrief; Lau⸗ rent war bekanntlich kein Franzoſe, und von unbekannter Herkunft.


