Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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So ſind wir denn verloren! erwiederte Morvan leiſe.

Ja, wenn das Gewitter, auf welches ich zähle, zu lange ausbleibt!

Du vermutheteſt den Ausbruch desſelben nicht vor drei Stunden?

Das iſt wahr; aber der Zuſtand am Himmel hat ſich ſeit dem geändert. Halten wir uns nur noch eine Stunde und wir ſind gerettet.

Eine Stunde, Laurent! das läßt ſich nicht hoffen. Die erſte Salve, die wir erhalten, bohrt uns in den Grund.

Man wird auf uns ſchießen, aber es wird uns keine Salve ganz treffen; unſere braven Boucanier ſind den Artille⸗ riſten zu hinderlich. Und was das in den Grund bohren betrifft, ſo vergißeſt Du, daß ſich Meerwolf mit brennender Lunte in der Pulverkammer befindet.

Ich komme dennoch auf's Entern zurück, entgegnete Morvan; um ſo mehr, da die Spanier ſeit dem Beginne der Schlacht immer geſtrebt haben, einer Enterung auszuweichen.

Parbleu! das iſt nicht erſtaunlich! Sie wiſſen, daß ich da bin! Wenn ich über dieſes Schiff und ſeine Mann⸗ ſchaft verfügen könnte, ſo würde die Fregatte lange nicht mehr eriſtiren. Rede mir nicht von dieſen Kanzleikreaturen; fie kom⸗ men entweder durch Protektion, oder weil eben die Reihe an ihnen iſt, zu wichtigen Poſten, aber der Rang gibt ihnen keinen Gedankenflug, noch den Inſtinkt des Krieges! Unter unſern Flibuſtiern iſt kein einziger, der uns nicht ſchon lange gezwun⸗ gen hätte, uns in die Luft zu ſprengen!

Laurent ſtand auf ſeiner erhöhten Bank, und obſchon die Kartätſchen rings um ihn pfiffen, ſo antwortete er dem Ritter dennoch mit ſo ruhiger Stimme, als ob er ſich in einem Salon befunden hätte. Herr ſeines Willens, wußte er ſogar ſeiner Kampfluſt zu widerſtehen.