— 184—
Laurent durchlief die Reihen ſeiner Genoſſen mit einem raſchen Rundblick; ein Lächeln glitt über ſeine Lippen, die Haltung ſeiner Mannſchaft bewies ihm, daß er auf dieſelbe rechnen könne, und daß ſeine Flibuſtier ihm ihr Leben weihten.
— Brüder der Küſte, ſprach er, Ihr ſeid zu erfahren um nicht die Gefahr zu kennen, welcher wir entgegen gehen, auch ſeid Ihr zu tapfer um Furcht zu haben. Wir müſſen jetzt alles ſorgfältig ſchonen und doch zugleich auf's Spiel ſetzen, wir müſſen uns vertheidigen und den Feind zu gleicher Zeit an⸗ greifen; Tapferkeit, Liſt, Tollkühnheit, ja die Verzweiflung ſelbſt müſſen wir uns zu Nutzen machen. Wenn wir in die Hände unſerer Feinde fallen, ſo haben wir alle Arten von Schimpf, die grauſamſten Folterqualen, und endlich einen ſchmachvollen Tod zu erwarten. Beſtreben wir uns daher ihrer Barbarei zu entgehen, und um ihr zu entgehen, kämpfen wir!—
— Ja kämpfen wir, riefen die Fl ibuſtier mit Enthuſiasmus.
Laurent gab ein Zeichen mit dem Kopf⸗ und alles ſchwieg.
— Freunde, fuhr er fort, Euer Eifer überraſcht mich nicht, ich kenne Euch! Indeß bin ich Euch eine Erklärung ſchuldig. Wenn wir mehrere Stunden hindurch vor dem Feinde geflohen ſind, ſo wollte ich, da ich die verſchiedene Schnelligkeit der beiden Gallionen bemerkte, ſie trennen, und dem Admiral⸗ ſchiff den Wind abgewinnen. Das iſt mir gelungen. Da wir jetzt das Admiralſchiff im Winde haben, ſo ſind wir gegen den Viee⸗Admiral geſichert, der den Wind gegen ſich hat. Wir haben es daher nur mit einem Feinde zu thun.— Ich betrachte unſern Sieg als gewiß. Da ſich indeß das Glück durch einen Zufall, den ich nicht vorherſehe, uns ungünſtig zeigen könnte, ſo iſt es mein Wunſch und Wille, daß unſere Niederlage glorreich, und unſer Tod unſern Brüdern nützlich ſei!— Meerwolf, tritt her⸗ vor aus den Reihen.
Ein von dertropiſchen Soſ ſo ſtark gebräunter Flibuſtier,
de


