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geben. Uebrigens war in dem kühnen Kapitän ſeit ſeiner Ab⸗ reiſe von Granada eine große Veränderung vorgegangen. Er hielt fortwährend Tafel, und lud die älteſten Boucanier und Flibuſtier ein, ſeine Freuden mit ihm zu theilen. Die feinſten und ausgeſuchteſten Weine floßen in Strömen. Die Muſikan⸗ ten, deren Laurent immer am Bord hatte, hörten nicht auf zu ſpielen, die Würfel hörten nicht auf zu rollen. Da verſuchten Manche das Glück, um ihren Antheil an der Beute zu verdoppeln.
Morvan, der, ſo oft es der Dienſt ihm erlaubte, immer nur mit Waldblume und Alain war, verſtand ſich auf Laurent's Benehmen nicht. Obwol er den ſchönen Laurent innerlich ta⸗ delte, daß er ſich gemeinen Genüſſen ſo hingab, ſo konnte er doch nicht umhin, die Würde zu bewundern, mit welcher jener unter ſeinen Genoſſen ſeinen Platz behauptete. Laurent, der auf einem Stuhl ſaß, während ſeine Flibuſtier ſich nur der Schemel bedienen durften, erlaubte es Niemanden, vor ihm das Haupt
bedeckt zu halten. Das Glas in der Hand, wußte er ſeine
Würde als Kapitän zu behaupten, und ſeine Autorität nicht zu compromittiren; ein Zucken ſeiner Augenbrauen genügte, um einen Berauſchten zu ernüchtern.
Am dritten Tage nach der Abfahrt von Granada, lag Morvan in ſeinen Mantel gehüllt auf dem Verdeck, wo er eben — es war Morgendämmerung— eingeſchlummert war, als ihn der Ruf einer Wache:„Schiffe!“ erweckte. Er bemerkte Lau⸗ rent an ſeiner Seite.
— Was für Schiffe werden ſignalifirt, Matroſe? fragte er ihn.
— Es ſind zwei Schiffe, ſagte der Matroſe, indem er dieſe Worte mit einem ſeltſamen Lächeln begleitete. Ich kenne ſie.
— Du ſagſt mir das in ſonderbarer Weiſe.
— Dam! ich bin für die Freude nicht unempfindlich.
Eine gute Nachricht macht mir Vergnügen.*
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