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nem Temperament zukommen; ſie allein können mich die Ver⸗ gangenheit vergeſſen machen.— Und doch iſt Waldblume ſo erhaben an Geradſinn und Unſchuld, ſo bewundernswerth in ihrer Schönheit!
„Pah! Alles Chimäre! Ich habe mich in Bezug auf ſie getäuſcht, ich hielt ſie für keuſch, wahr und rein, ſie war aber nur noch nicht erwacht, ſie lag im Schlummer ihrer Unwiſſen⸗ heit. Jetzt, da ſie liebt, werden alle ihre böſen Inſtinkte er⸗ wachen. Bevor ein Monat vorübergehen wird, iſt ſie ein Weib wie alle Weiber. Sie iſt ſo hübſch! Gut, ſo mache ich ſie zu meiner Maitreſſe. Das wird mir eine Woche lang Zerſtreuung bieten,— immerhin ein Gewinn.— Was Morvan betrifft, ſo kümmere ich mich nicht um ihn. Sobald wir aufgehört ha⸗ ben, Matroſen zu ſein, werde ich in ihm nur ein Hinderniß ſe— hen, und die Hinderniſſe zerbreche ich erbarmungslos.
Als der ſchöne Laurent den Kirchenplatz erreichte, wo er ſeine Flibuſtier zurückgelaſſen hatte, fand er die der Stadt Gra⸗ nada auferlegte Brandſchatzung bereit auf's Schiff gebracht zu werden. Die Spanier, die von der Anweſenheit ihrer ſchreckli⸗ chen Gäſte ſo ſchnell als möglich befreit ſein wollten, waren ſo⸗ gar ſo gefällig auch Maulthiere herbeizuſchaffen, mittelſt welcher die Beute nach den Schiffen gebracht werden ſollte. Dank die⸗ ſem leichten Transportmittel, befanden ſich die Flibuſtier ſchon nach einer Stunde auf dem Verdeck und gingen unter Segel. Am andern Morgen war das Schiff glücklich aus dem Fluße gelangt und auf der hohen See.
Trunken vor Freude über den glücklichen Ausgang ihrer Unternehmung, über die ungeheuren Reichthümer, die ſie nun beſaßen, und im Gedanken an die Schwelgereien, die ſie am Lande erwarteten, begehrten die Flibuſtier von Laurent, daß er ſie, ſeinem Verſprechen gemäß, nach Jamaika führe. Laurent, ein Sklave ſeines Wortes, beeilte ſich ihrem Wunſche nachzu⸗


