Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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begnügte ſich damit bloß, ſich vor der Spanierin ſchweigend zu verneigen.

Mein Ritter Louis, ſagte Waldblume, die ſich mit reizender, anmuthiger Traulichkeit an ſeine Schulter lehnte, Muth! Du haſt Dich gegen dieſes arme Weib gut und edelmü⸗ thig erwieſen. Gott wird Dir es lohnen! Vor Kurzem noch, wenn Du mich Schweſter nannteſt, that es mir, ich weiß nicht warum, wehe; heute iſt es mir ſüß dieſen Namen zu hören. Erinnere Dich, welche koſtbaren Stunden wir im Schatten der balſamiſchen Wälder zugebracht haben, wie reißend ſchnell die Stunden für uns verflogen ſind! Wie Dich der Anbruch der Nacht immer überraſchte! Ihre Schatten verhüllten uns ſchon und unſere Augen ſuchten noch die Sonne mitten im Himmelsraume. Dieſes Leben werden wir wieder beginnen! Wir werden uns nicht mehr verlaſſen! Wenn Du Dich unglück⸗ lich fühlen wirſt, ſo werde ich meine Thränen mit den Deinen fließen laſſen. Das muß ſo gut ſein, ich errathe es, eine Per⸗ ſon zu haben, die mit Einem weint! WMein Ritter Louis, gehen wir.

Indem Waldblume ihren naiven Troſt ſprach, war ſie ſo ſchön, ſo rührend, daß Nativa ſich nicht enthalten konnte, ſie zu bewundern.

Jeanne, ſagte ſie zu ihr mit gebrochener Stimme, noch niemals hat es ein ſo anbetungswürdiges Geſchöpf gege⸗ ben, wie Du biſt! Deine Anmuth überwindet meinen Stolz, ich demüthige mich vor Deiner Unſchuld, vergib mir!

Auf dieſe, von der ſtolzen Spanierin mit Seele geſpro⸗ chenen Worte, ward Waldblume verwirrt.

Nativa, ſagte ſie, Du biſt ſchon ſehr unglücklich und ich möchte Deine Leiden nicht vermehren; aber warum ſollte ich Dich täuſchen? Ich bin an die Lüge nicht gewöhnt Du würdeſt mir es gleich anſehen, daß meine Lippen mit meinem

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