Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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der Ruhe des Grabes. Adieu! Ich will Ihnen keine Vorwürfe machen. Ich ſage Ihnen das Alles nur, damit Ihnen nicht eines Tages die Laune komme, mich zu ſich zu rufen; Sie würden den wilden enthuſiaſtiſchen jungen Mann von der Küſte von Pen⸗ mark nicht mehr erkennen, Sie würden einen Greis erſcheinen ſehen. Zum letzten Mal, Adieu!

Die Worte des Ritters zeugten von einem ſo tiefen Schmerz, daß Nativa ſich wahrhaft gerührt fühlte.

Ritter, antwortete ſie ihm, Ihr Edelmuth iſt die ſchrecklichſte Rache, die Sie an mir nehmen konnten. Ich werde es nicht verſuchen, mich in Ihren Augen zu rechtfertigen. Indeß müſſen Sie, da Sie mich ſo aufrichtig geliebt haben, begrei⸗ fen, bis zu welchem Grade eine grauſam verkannte, verächtlich zurückgewieſene Liebe den Charakter eines Weibes verändere. Als heute das Schickſal Sie mir in den Weg führte, glaubte ich, krank im Herzen und erdrückt von unverdienter Demüthigung wie ich war, nicht mehr an die Aufrichtigkeit irgend eines Ge⸗ fühles. In meinen Augen waren alle Menſchen niedrige, bos⸗ hafte Egoiſten geworden. Dieſer Zuſtand meines Geiſtes möge Ihnen mein Benehmen erklären. Ich achte Sie ſo hoch, daß ich, wie losgelöſt ich auch von allen menſchlichen Dingen ſei, Sie dennoch um Ihr Mitleid bitte. Ich habe ſo viel gelitten, daß es Ihnen erlaubt iſt, in die Schwachheit zu verfallen, mich zu beklagen und mich zu entſchuldigen. Adieu Ritter. In dem Kloſter, in welchem ich warten will, bis Gott in ſeiner grenzenloſen Güte mich ins ewige Leben ruft, will ich Ihren Namen in mein Gebet einſchließen. Adieu!

Die aufrichtige Demuth Nativa's, der ſo wahrhafte Aus⸗ druck ihres Schmerzes verurſachten dem unglücklichen jungen Mann eine unbeſchreibliche Bewegung. Indeß begriff er, daß es für ihn gefährlich wäre, dieſes Geſpräch fortzuſetzen, und