Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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gleichen zu behandeln? Wie tief bin ich geſunken, mein Gott! daß ein verlornes Mädchen, die Genoſſin der Diebe von der Inſel Tortuga, ſich das Recht anmaßt mir ihr Mitleid anzubieten!

Dieſe nicht nur unbegründete, ſondern auch ungerechte, be⸗ leidigende Art, mit welcher Nativa die edelmüthigen Troſt⸗ worte des Boucaniermädchens aufnahm, machte letztere weder verwirrt noch zornig. Sie ſchüttelte blos den Kopf mit ſanftem Mitleid, und ging langſam zur Thüre.

Aber wieder ſtellte ſich die Spanierin vor ſie hin, und vertrat ihr den Weg.

Senorita, ſagte Waldblume zu ihr, Du haſt es eben geſehen, wie wenig mich die Gegenwart Deiner Sklaven erſchreckt hat; warum verſuchſt Du es noch einmal mich zu ſchrecken? Wenn Laurent Dir zurief: Nativa, komm zu mir, ich liebe Dich! und wenn ein Trupp Bewaffneter Dich von Deinem Ge⸗ liebten trennte, würdeſt Du es nicht verſuchen zu ihm zu ge⸗ langen, und ſollte es Dich ſelbſt Dein Leben koſten? Sieh, ich bin überzeugt, daß mein Ritter Louis mir endlich Gerechtigkeit widerfahren laſſen, und erkennen wird, um wie viel mehr werth ich ſei als Du; er wird mir ſein Herz geben. Du begreifſt daher, daß mich, den Tod ausgenommen, nichts aufhalten kann! Vergiß endlich nicht, daß ich bewaffnet bin. Der Karabiner in meiner Hand iſt kein unnützes Spielzeug! Anſtatt ihr zu antworten, öffnete Nativa die Thüre, und rief:

Sklaven, wenn die Ketzerin, die Flibuſterin es wagt auf die Straße zu kommen, ſo tödtet ſie mit Euren Meſſern. Für Euren Gehorſam werde ich Euch die Freiheit ſchenken, außerdem gebe ich jedem von Euch zwei Unzen Goldes und ein Fäßchen Branntwein.

Ein freudiges Brummen, ähnlich dem des hungrigen Bä⸗

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