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klagen.— Die ruhigen Nächte, die heitern Tage, die Ver⸗ gnügungen meiner Jugend, alles iſt für mich verſchwunden.— Ein einziger Gedanke erfüllt mich und peinigt mich ohne Mitleid, ununterbrochen! Laurent liebt mich nicht! Schauderhafte Gedan⸗ ken durchkreuzen oft mein Gehirn; ich rufe Laurent, ich ſehne mich nach Rache, ich bin wahnſinnig! Und dennoch zu denken, daß Laurent, ſtatt mit meiner Liebe ſo unwürdig zu ſpielen, meine Hingebung und Zärtlichkeit hätte würdigen und von mei⸗ nem Vater meine Hand hätte erhalten können! Wie ganz anders wäre jetzt mein Leben! Wie gut wäre ich gegen die Welt! Welche Freude würde es mir machen den Unglücklichen Hilfe zu bringen! Mit welchem Vergnügen würde mein Blick auf allen Glücklichen ruhen! Denn ich bin nicht böſe von Natur, Waldblume, im Gegentheil!— Aber nein, mein Herz mußte am Beginn mei⸗ nes Lebens einem Ungeheuer begegnen! Ach, mein Gott, wie wird das Alles enden!
Von der Bewegung übermannt, bedeckte ſich Nativa die Augen mit den Händen und brach in Schluchzen aus.
— Meine gute Freundin, ſagte Waldblume, ſich ihr nähernd, ich bin nicht mehr böſe über Dich. Ich verſtehe, was Du leideſt; Du biſt auch ſehr unglücklich, das iſt wahr!— So⸗ eben, als Du noch mit dem Stolz der großen Dame mit mir ſprachſt, habe ich Dir vielleicht hart geantwortet. Vergib mir. Tröſte Dich. Laurent hat ſich ſeit Kurzem ſehr zu ſeinem Vortheil geändert; ich würde gar nicht ſtaunen, wenn er ſein Unrecht einſehen und Dich aufrichtig lieben würde.— Weine nicht, Nativa, umarme mich.
Waldblume näherte ſich langſam unb bewegt ihrer Neben⸗ buhlerin, als die Spanierin zurückwich, und ihre Thränen trock—
nend, mit Hochmuth ſprach:
— Halt ein, Waldblume! Bildeſt Du Dir ein, meine augenblickliche Schwäche gebe Dir das Recht mich als Deines⸗


