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worteſt mir nicht? fuhr Waldblume nach einer kurzen Pauſe fort. Ich wußte wohl, daß Du mich täuſchen wollteſt, daß Du logſt! Aber nein, Du leideſt; es wäre Unrecht, wenn ich Deine Qualen durch meine Vorwürfe vermehren würde. Du biſt im Grunde aufrichtig, ich verſtehe Dich. Was Du für den ſchönen Laurent fühlſt, das habe ich vor Kurzem noch für meinen Ritter Louis gefühlt.— Stelle Dir vor, ich habe mich zerquält, um ihn im Unrecht zu ſehen. Ich muß Dir nur ſagen, daß ich da⸗ mals eben erfahren hatte, daß er Dich liebe.— Doch je un⸗ gerechter ich gegen ihn war, deſto mehr fühlte ich, wie theuer er mir ſei— daß es mir ohne ihn unmöglich wäre zu leben.— Seine Gegenwart that mir weh und dennoch hätte ich ihn un⸗ aufhörlich ſehen mögen! So geht es Dir mit Laurent, Du liebſt ihn noch!
— WVelch ein ſeltſames Ding iſt doch die Liebe! murmelte Nativaz; ſie gleicht alle Unterſchiede aus und kümmert ſich weder um die Geburt, noch um die Stellung ihrer Opfer! Iſt es nicht er⸗ ſtaunlich, daß dieſes niedrigſtehende, unwiſſende Kind mich über den Zuſtand meines Herzens aufklärt, daß ſie dieſelben Leiden erduldet hat, wie ich?— Ja, Waldblume, fuhr die Spanierin mit lauter Stimme fort, und glücklich, daß ſie ihre Leidenſchaft frei ausſprechen konnte, ja, trotz ſeiner Grauſamkeit gegen mich, trotz dem Schimpf, den er mir angethan hat, liebe ich Laurent. Es iſt ein ſchreckliches Ungluͤck, ich weiß es. Aber was ſoll ich thun? ich liebe ihn! Vergebens empören ſich mein Stolz und mein Verſtand; vergebens blicke ich erſchrocken in den tiefen Ab⸗ grund, der ſich zu meinen Füßen eröffnet hat; vergebens ſtelle ich mir vor, daß mein Vater mich verfluchen, die Welt mich ver⸗ ſtoßen und verachten wird! Was ſoll ich thun? ich liebe ihn ja!— Gehe, wenn ich Dir weh gethan, wenn ich Dir das Herz gebrochen habe, ſo hat das Schickſal Dich gerächt.— Wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich leide, ſo würdeſt Du mich be⸗
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