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— Schweige, Nativa, rief Waldblume, die Spanierin unterbrechend, Deine Worte machen mich ſchaudern! Nein, ich glaube Dir nicht! Die Männer können nicht ſo ſein, Gott würde es nicht dulden! Mein Ritter Louis ſollte mich fliehen, weil ich ihm meine Seele gegeben habe! Nein, nein, das iſt nicht mög⸗ lich! Nativa, meine Unwiſſenheit iſt mir lieber als alle Deine Kenntniſſe.
— Kind, ſagte Nativa mit hochmüthigem Mitleid, Du verſtehſt Dich nicht auf's Leben.— Du haſt noch nicht gelitten. Nein, ich täuſche mich nicht.— Sieh, iſt Laurent nicht der treffendſte Beweis meiner Behauptungen? Wie könnte man ſonſt die Leidenſchaft erklären, die er, der ſo ſtolz, ſo großartig, ſo tapfer, ſo erhaben über allen Andern iſt, für Dich fühlt, wenn nicht dadurch, daß Deine Gleichgiltigkeit ſeine Eigenliebe ver⸗ letzt hat? Was biſt Du, armes Mädchen, gegen Laurent? Weniger als nichts. Dennoch beugt er ſich vor Deinem Willen, bekümmert er ſich um Deine Wünſche und bettelt um Dein Lä⸗ cheln.— Wenn Du morgen, beſiegt von ſeiner angeblichen Liebe, Deine Hand in der ſeinigen vergißeſt, ſo wirſt Du ihn ſchon anders ſehen! Der Dein Sklave war, würde Dein Tyrann werden; bisher demüthig und unterwürfig, würde er bald des⸗ potiſch und grauſam ſein; der noch geſtern zu Deinen Füßen kniete, würde Dich morgen verächtlich von ſich ſtoßen und Dich vielleicht gar nicht kennen wollen!
— Aber, ſagte Jeanne ſinnend, wenn Du nicht an die Exiſtenz der Liebe glaubſt, woher kömmt es, daß Du Dir ſo viel Mühe gibſt, mich zurückzuhalten und ſo ſehr fürchteſt, daß der ſchöne Laurent mich wieder ſehe? Wenn alle Männer, wie Du ſagſt, unempfindlich und hochmüthig ſind, warum nimmſt Du es ſo ſehr auf, daß Laurent Dich verachtet? Wenn das ſeine und aller Männer Art iſt, ſo konnte er ja nicht anders handeln und iſt deßhalb nicht ſchuldig. Du ſchweigſt, Du ant⸗


