Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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rent heute vor Ihnen geſagt hat? Weil Monterey reich iſt!— Meines Vaters ganzes Vermögen beſteht in einem Karabiner, einer Meute von Hunden, und einem Wohnhaus aus Palm⸗ bäumen. Ich bin arm. Dennoch ſtrebt man danach, mir zu gefallen, ſich bei mir beliebt zu machen.— Ich bin alſo mehr als Sie!— Man liebt mich um meiner ſelbſt willen!

Waldblume ſchwieg einige Augenblicke, und fuhr dann mit naivem Erſtaunen fort:

— Senorita, ich hätte wirklich niemals geglaubt ſo ſpre⸗ chen zu können, wie ich es eben gethan habe; ich wußte nicht, daß ich ſo viel wiſſe! Es wäre Ihnen unmöglich ſich alle die Gedanken vorzuſtellen, welche ſich heute meinem Geiſte darbieten. Ich begreife jetzt ſehr viele Dinge, über welche ich bis heute gar nicht nachgedacht habe. Ich komme zum Ende.— Ihr Mit⸗ leid weiſe ich zurück; nach dieſem Sklavenleben, das mit meiner Verheiratung mit einem Deiner Ihres Vaters endigen ſollte, trage ich kein Verlangen; was ich brauche das ſind die Einſam⸗ keit der Wälder, der Duft der Blumen, der Geſang der Vögel, die Freiheit! Auf Wiederſehen, Senorita; Sie ſind ſchön, aber böſe. Glauben Sie mir, Gott iſt gerecht und gut— Sie wer⸗ den niemals glücklich ſein.

Waldblume war mit ihrem anmuthig gerötheten Geſicht, mit ihren leuchtenden Augen, deren Feuer ihrer Phyſiognomie den Ausdruck der gewinnendſten Lebhaftigkeit gab, ſo göttlich ſchön, daß Nativa einen dumpfen Ausruf des Haßes und des Zornes in ihrer gepreßten Bruſt nicht zurückhalten konnte.

— Nimm Dich in Acht, Jeanne, ſagte ſie, dieſelbe am Arm faſſend. Du kennſt die Spanierinnen nicht! Kind, bedenke es noch einmal! Du ſiehſt, daß ich Dich bitte. Ja, ich wollte Dich täuſchen, ich geſtehe es. Ich habe Dir nicht meinen Schutz angeboten, weil Du mir Intereſſe einflößeſt; ich werde offen mit Dir ſein. Was ich will, iſt, daß Du nicht nach St. Domingo

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