Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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wagt, ſich ſo auszudrücken, wie Sie es gethan haben!— Sie behaupten, daß meine Stellung in der Welt ſchauderhaft ſei, daß der erſte Beſte das Recht habe, mich zu beſchimpfen, daß mein Leben ein umherirrendes und elendes ſei!— So wiſſen Sie denn, Senorita, daß unter allen Boucaniern und Fli⸗ buſtiern der Inſel St. Domingo, vor welchen Ihr ſo ſehr zit— tert, Ihr feigen Spanier, kein Einziger iſt, der nicht ſein Le— ben opfern würde, um eine meiner Launen zu befriedigen! Alle Welt liebt mich und ehrt mich— man bettelt um ein Lächeln von mir!— Wiſſen Sie, daß ſich hundert Arme zugleich er⸗ heben würden, um den Schuldigen zu züchtigen, der es wagte, mich zu beleidigen!— Sie halten ſich für eine große Dame, weil Sie einige arme, verlaſſene Geſchöpfe in Ihrem Solde hatten, weil Sie Sklaven beſitzen. Eine ſchöne Macht, die Ih⸗ rige!— Vergleichen Sie ſie doch mit der meinigen!— Die große Dame bin ich! Das nichtswürdige Geſchöpf ſind Sie!— Ah, Sie erblaſſen vor Zorn, Nativa! Sie ſind entrüſtet!— Es iſt doch aber billig, daß ich mich vertheidige; Sie müſſen mich anhören. Sie wagen es vor mir, mit Ihrer Macht zu prahlen! Das iſt doch zu unſinnig! Worin beſteht ſie denn, Ihre Macht? In einigen Wohnungen und einigen Sklaven. Wenn meine braven Boucanier morgen Ihre Wohnungen an⸗ zünden und Ihre Sklaven fortführen, was bleibt Ihnen dann? Nichts!— Man hält es dann nicht einmal der Mühe werth, Sie anzublicken, Sie zu grüßen. Ich bin nicht ſo unwiſſend, wie Sie vermuthen; ich weiß, wie es in den Städten zugeht. Mein Ritter Louis hat mir, wenn wir mit einander plauderten, erzählt, wie es in der Welt hergeht. Er hat mir die Heuchelei und die Niederträchtigkeit der großen Herren geſchildert, die Wichtigkeit, die Ihr dem Golde beilegt!— Denn was wären Sie ohne das Gold Ihres Vaters? Nichts! nichts! Warum werden Sie geſucht, warum wird Ihnen geſchmeichelt, wie Lau⸗