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langes Schweigen herrſchte zwiſchen den beiden Frauenzimmern, die Tochter des Grafen von Monterey brach es zuerſt.
— Warum dieſe Verwirrung? fragte ſie Jeanne, man möchte glauben, daß meine Gegenwart Dir Furcht mache.
— So iſt es auch; ich fürchte mich vor Dir.
— Sonmit geſtehſt Du, daß Du Dir ein Unrecht wider mich vorzuwerfen haſt.— Weißt Du, daß Du wirklich ſchön biſt?
— Ich hätte mir ein Unrecht vorzuwerfen? Warum ſollte ich ſo lügen? Das iſt nicht gut! Du weißt, wenn Eine von uns beiden der Andern Unrecht gethan hat— ſo bin ich es nicht! Kannte ich Dich noch vor zwei Stunden?— Hat mich mein Ritter Louis nicht verſtoßen, um Dir zu folgen?— Hat er ſich nicht durch einen feierlichen Eid verpflichtet, daß er, ſo lange Du lebſt, keinem andern Weibe ſeinen Namen geben wird. — Dennoch, fügte Waldblume hinzu, hat mir der ſchöne Lau⸗ rent geſagt, daß ich ſchöner ſei als Du. Und ich weiß, daß ich meinen Ritter Louis ſo liebe, wie Du ihn nicht lieben kannſt. Das Alles iſt nicht gerecht, geſtehe es nur! Aber ich beklage mich nicht; ich beſcheide mich, ich beuge mein Haupt!— Du ſiehſt, daß ich beſſer bin als Du; wenn Eine von uns das Recht hat, ſich zu beklagen, ſo bin ich es.
Während Waldblume ſo die wider ſie erhobene Anſchul⸗ digung zurückwies, betrachtete Nativa ſie mit hochmüthigem Blick. An dem Ausdruck von Verdruß, faſt von Wuth, welcher ſich während dieſer Prüfung im Geſicht der Spanierin zeigte, ließ es ſich errathen, wie ſehr und mit welchem Widerwillen ſie die Schönheit ihrer Nebenbuhlerin anerkennen mußte.
— Jeanne, ſagte Nativa verdrießlich, höre mich auf⸗ merkſam an; meine Worte ſind ernſt, nie wird ſich Dir eine
ähnliche Gelegenheit zum Glück mehr darbieten!
Die Spanierin ſammelte ſich einen Augenblick, dann fuhr ſie mit ſanftem, freundlichem Tone fort:


