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Bemerkung gemacht, daß die Frauen ſich an Gang und Haltung
von einander unterſcheiden. Wie unwiſſend bin ich doch geweſen.
— Jeden Augenblick kommen mir Gedanken, die ich noch nie⸗
mals gekannt habe. Welch ein Glück, wenn ich viel gelernt
haben werde! Aber habe ich nicht im Gegentheil Unrecht, daß ich mich darauf freue?— Je mehr ſich die Dunkelheit zerſtreut,
die mich bisher eingehüllt hatte, deſto mehr leide ich, deſto mehr
bin ich zu beklagen. Warum hat mir denn mein Ritter von die—
ſem Weibe niemals etwas geſagt? Mein Gott! wie habe ich
Luſt ſie zu ſehen!— Ja, ja, ſie iſt gewiß ſchön!
Während Waldblume ſo ihren Gedanken nachhing, eilte die Unbekannte mit raſchen Schritten vorwärts. Vor einem klei⸗ nen, beſcheiden ausſehenden Hauſe angelangt, blieb ſie ſtehen, zog aus ihrer Mantille einen Schlüſſel hervor, öffnete das Thor und bedeutete Jeanne vor ihr hineinzugehen; das Bouranier⸗ mädchen gehorchte. Die Verſchleierte ſchloß nun das Thor ſorg⸗ fältig und ging dann in ein ziemlich ſchlecht eingerichtetes Ge⸗ mach zu ebener Erde.
— Setze Dich, Jeanne, und plaudern wir, ſagte ſie, dabei wies ſie ihr mit einer Kopfbewegung einen alten Arm⸗ ſtuhl an, der an der Wand ſtand.
— Wie ſeltſam! man möchte glauben, daß dieſes Weib nicht dasſelbe ſei, wie in der Kathedrale.— Ihre Stimme iſt ſo verändert, daß ich ſie nicht mehr erkenne.
Waldblume ſetzte ſich und ſagte zu der Unbekannten:
— Wirſt Du Deine Mantille nicht abnehmen? Ich ſehe gern den Menſchen in's Auge, wenn ſie mit mir ſprechen.
Die Unbekannte nahm den Schleier ab, und ſagte, in⸗ dem ſie ihn von ſich warf:
— Es geſchehe nach Deinem Wunſche.
Waldblume ſtieß einen Schrei des Erſtaunens, faſt des
Schreckens aus; ſie befand ſich vor Nativa.— Ein ziemlich.
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