Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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— Muth! rief Jeanne, als ob Derjenige, an den ſie ihr

Wort richtete, ſie hätte hören können, Muth! mein Freund!

Man eilt Dir zu Hilfe!

Nach kaum fünf Minuten erreichten Morvan und Jeanne

den Saum des Waldes. Da bot ſich ihnen ein ſeltſames Schau⸗ ſpiel dar, das ſie Anfangs nicht begriffen. Ein ganzer Trupp ſpaniſcher Lanciers umringte einen Bouecanier, der nur mit einer Piſtole bewaffnet, mit erhobenem Kopf und ſtolzer und ſicherer Miene, ihrer zu lachen und ſie herauszufordern ſchien. Die Spanier umſchloßen ihn mit einem Kreis von Lanzen, aber gingen nicht vorwärts.

— Heilige Jungfrau! Das iſt der ſchöne Laurent! rief Jeanne freudig, ſie werden ihn tödten! Ritter Louis, Du haſt nichts mehr zu fürchten, in fünf Minuten wird Dein Feind nicht mehr ſein.

Graubart's Tochter nußte ſich für Morvan's Schickſal ſehr intereſſiren, da ſie ſo ſprach, während ſie ſich einen Augen⸗

blick früher mit einem ihrem Geſchlecht nicht eigenthümlichen

Muth entſchloſſen hatte, einen Unbekannten zu retten.

— Jeanne, ſagte Morvan zu ihr, wenn ich dieſen Men⸗ ſchen in ſeiner Noth verließe, ſo würde ich in meinen eigenen Augen für immer entehrt bleiben! Ich verhehle mir nicht, daß der Verſuch ihn zu retten tollkühn, unſinnig iſt? Gott beſchütze mich! Die Pflicht geht vor Allem!

Der junge Mann legte die Flinte an, und feuerte ab; ein Lancier fiel, tödtlich getroffen. Morvan verließ nun den Wald und wollte kühn auf die Spanier losrennen, die erſchüt⸗ tert von dem Fall ihres Kameraden, ihre Schlachtordnung zu verlieren begannen. Morvan begriff nun den Widerſtand des ſchönen Laurent. Der Flibuſtier hatte die zehn oder fünfzehn Pfund Pulver, welche ſeine Kürbisflaſche enthielt, ſo wie auch ſeinen Kriegsvorrath in ſeinen großen Hut geſchüttet. Dieſen

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