Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Inſel von dem franzöſiſchen trennte. Obſchon Morvan in den Kreuz⸗ und Quergängen der Jagd mehr als das doppelte dieſer Entfernung zurückgelegt hatte und ſehr müde war, ſo war es ihm dennoch unmöglich, dem Beiſpiele Jeanne's zu folgen und die Augen zu ſchließen. Trotz der Müdigkeit ſeines Körpers war ſein Geiſt doch ſo ſehr aufgeregt, daß er jetzt nicht hätte ſchlafen können.

Er ſaß am Fuße eines Baumes, die Ellenbogen auf die Knie und den Kopf auf die Hände geſtützt, und überließ ſich ſo ſeinen Träumereien. Der ſtarke Waldduft, der in den tropiſchen Wäldern beinahe die Wirkung des Weines hat, berauſchte ihn. So ſaß er in ſüßer Selbſtvergeſſenheit da, als nicht fern von ihm ein gewaltiges wüthendes Geſchrei erſcholl und ihn zu ſich ſelbſt brachte. Er ergriff ſeine Flinte und war mit einem Sprung bei Jeanne. Dieſe war ebenfalls erwacht und bereits aufgeſtanden.

— Haſt Du gehört, meine Freundin?

— Ja; es ſind die Spanier, die wahrſcheinlich einen einſam ſtreifenden Boucanier überfallen haben.

— Gott iſt mein Zeuge, Jeanne, wenn ich allein wäre, ſo würde ich keinen Augenblick anſtehen.— Aber mit Dir habe ich Angſt. Man ſagt, daß die Spanier nur in großer Anzahl ſtreifen.

— Das iſt wahr! Es muß ein ganzer Trupp ſein. Was thut das, Louis! Es wäre ſchrecklich, einen der Unſerigen nieder⸗ hauen zu laſſen, ohne daß wir es nur verſuchen ihm das Leben zu retten. Möge mich meine gute heilige Anna von Auray be⸗ ſchützen! Vorwärts!

Jeanne rief, bleich aber mit von Begeiſterung glühenden Augen, ihre Hunde herbei, und ſtürzte in der Richtung fort, von melcher das Geſchrei kam; Morvan folgte ihr. Kaum hatten die beiden jungen Leute hundert Schritte gemacht, als ein Schuß fiel.