Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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— Meine Mutter habe ich niemals gekannt. Ich war kaum zwei Jahre alt, als man ſie zu Grabe trug.

— Und biſt Du bei Deinen Seefahrten glücklich geweſen?

— Gewiß, denn ich bringe Glück.

— Ich meine es nicht ſo; ich frage Dich ob Du die Ge⸗ fahren und den Anblick des Meeres liebſt, ob Du Dich, fügte Morvan mit einem gewiſſen Zögern hinzu, über Deine Schick⸗ ſalsgenoſſen lobend auszuſprechen haſt?

— Das Meer gefällt mir zuweilen, aber nicht immer ſo wie meine Wälder. Was die Boucanier und die Flibuſtier be⸗ trifft, ſo behandeln ſie mich ſo, als ob ich ihre Tochter wäre. Nur—

— Svprich aus, Jeanne! ſagte Morvan, als er ſah, daß Waldblume mitten in ihrem Satz inne hielt.

— Nur, fuhr das Mädchen fort, gibt es Augenblicke, in denen ſie mir wie das Meer Furcht machen.

— Was ſind das für Augenblicke, Jeanne?

— Wenn ſie berauſcht ſind. Dann betrachten ſie mich mit funkelnden Augen, die mich erſchrecken. Man möchte glau— ben, ſie ſehen in mir eine Feindin. Ich werde mich niemals mehr einſchiffen, ausgenommen um Dich zu begleiten.— Was iſt das für ein Geräuſch?— fügte Jeanne hinzu; mir ſchien's, als hörte ich einen Zweig knacken—— Horch— Ja, es iſt Jemand in unſerer Nähe— Aber die Hundebleiben dennoch ruhig.

Waldblume blieb ſtehen und blickte unruhig in das In⸗ nere des Waldes. Bald ſah Morvan wie ſie mit dem kleinen Fuß auf den Boden ſchlug, und es verſuchte ihre ſpiegelglatte Stirn in Zornfalten zu legen.

— Das iſt Lederhaube, der uns nachgegangen iſt. Warte ein wenig, ich komme ſogleich zurück.

Leicht wie eine Hindin ſtürzte Waldblume fort und ver⸗

ſchwand hinter einem dichten Gebüſch.

— Habe ich Dir nicht verboten uns zu folgen? ſagte ſie,