Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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— Ich verſtehe Dich nicht, wiederholte Jeanne mit einer Geberde der Ungeduld. Willſt Du vielleicht ſagen, mein Vater werde ſich fürchten, daß Du mir etwas zu Leid thuſt?— Er weiß wohl, daß ein Verwandter von Montbars einer ſo abſcheu⸗ lichen Handlung nicht fähig iſt! Warum ſollteſt Du böſe gegen mich ſein, da ich Dich liebe? Komm, nimm eine Flinte, und folge mir——

Als Jeanne ſah, daß Morvan noch überlegte, eilte ſie zu Graubart, und ſagte zu ihm, indem ſie ihm ſchmeichelnd die Hand auf die Schulter legte:

— Vater, leihe dem Ritter Louis Deine Flinte, er wird mich auf die Jagd begleiten.

— Geht Ihr beide ganz allein? fragte der Boucanier.

— Gewiß, Vater! Weißt Du nicht, daß ich die Stege im Wald ſo gut kenne wie Du ſelbſt?

— Ja wohl, Jeanne; aber unſer Gaſt iſt mit den Ränken der Spanier noch nicht bekannt. Ich fürchte, daß er Dir nicht helfen könne, wenn Du ihnen in die Hände fällſt. Warum nehmt Ihr denn nicht Lederhaube mit?

— Weil Dein Matroſe uns durch ſeine Anweſenheit ſtö⸗ ren würde. Er iſt eiferſüchtig auf alle Diejenigen, welche ich liebe.

— Ah, wenn Dir Lederhaube hinderlich iſt, ſo iſt das

ganz was Anderes. Und warumiſt mein Matroſe denn eiferſüchtig?

— Er iſt verliebt in mich, Vater! rief Jeanne, und be⸗ gleitete dieſe Worte mit luſtigem Lachen. Nicht wahr, Leder⸗ haube, Du biſt verliebt in mich?

— Gewiß, Waldblume, antwortete Graubarts Geſell⸗ ſchafter ernſt.

Jeanne nahm dann die Flinte ihres Vaters, löſte ihre Pulverflaſche und den ledernen Beutel ab, welcher ihre

Kugeln enthielt, und übergab Morvan dieſe verſchiedenen Gegenſtände.