Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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— Bin ich denn nicht der Bruder Deiner Wahl?

— Du haſt recht. Nun denn, Ritter Louis, ſo oft ich einen unruhigen Schlaf habe und träume, vernimmt mein Ohr Deine Stimme.— Iſt das nicht ſonderbar und außerordentlich? — Jetzt erkläre ich mir's, warum ich Dich geſtern, ſowie ich Dich ſprechen hörte, gleich bat, mein Freund zu ſein. Ich war ſchon gewöhnt an Dich!

Bei dieſem ſo naiven Geſtändniß, deſſen Bedeutung zu begreifen das wilde Kind weit entfernt war, konnte ſich Morvan einer leichten Verwirrung nicht erwehren. Uebrigens dauerte dieſe flüchtige Bewegung nicht lange. Er wollte ihr eben ant⸗ worten, als Montbars dem Geſpräch der beiden jungen Leute ein Ende machte, indem er zu ſeinem Neffen ſagte:

— Ritter, es muß ſchon halb fünf Uhr ſein; es iſt Zeit, daß wir aufbrechen.

Sei es, daß der Flibuſtierchef fürchtete, Morvan's Muth zu ſchwächen, wenn er ihm ſeine Befürchtungen verrieth, oder ſei es, daß er an derlei Gewaltſcenen und an das Spiel des Zufalls bei Zweikämpfen gewohnt war: der Ausgang des Kampfes welcher ſtattfinden ſollte, ließ ihn, wenigſtens ſcheinbar, voll— kommen ruhig.

Morvan verglich wider ſeinen Willen den faſt gebieteri⸗ ſchen Ton ſeines Oheims mit dem Intereſſe, welches Jeanne für ihn an den Tag legte; letztere blieb dabei natürlich im Vortheil.

— Mein Freund! rief das arme Kind ganz bewegt und zitternd, ich kann mir von dem, was heute in mir vorgeht, keine Rechenſchaft geben. Vielleicht iſt es die Müdigkeit, die mir geſtern die Verfolgung des ſpaniſchen Trupps verurſacht hat, aber ich

bin gebrochen und es ſcheint mir, als werde ich nicht genug

Kraft haben, um Dich zu begleiten—— — Wie Jeanne? um mich zu begleiten? — Glaubſt Du denn, ich habe den Muth, auf die Nach⸗