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Während das köſtliche Kind ſo Frage auf Frage an Mor⸗ van richtete, betrachtete ſie dieſer mit Rührung. Er fühlte ſich er⸗ griffen von der Sympathie, welche Graubarts Tochter in ſo nai⸗ ver Weiſe für ihn an den Tag legte.
— Ja, Jeanne, antwortete er ihr, indem er ſie bei der Hand ergriff, ich habe an Dich gedacht, wie an eine geliebte Schweſter, die Erinnerung an Dich hat mich nicht verlaſſen. Ich thue vielleicht Unrecht, wenn ich mich ſo einem Gefühle überlaſſe, das Du mir einflößeſt, und wenn ich glaube, eine Stunde habe genügt, daß ſich Deine Seele der meinigen ergab und eine ſo plötzlich entſtandene Neigung wie die Deinige könne von Dauer ſein. Sieh, es iſt mir ſo ſüß zu denken, daß ich eine wahrhafte Freundin habe, daß ich anſtatt nachzudenken, mich blindlings dem Vergnügen hingebe!— Aber vielleicht verſtehſt Du mich nicht, fügte der junge Mann lächelnd hinzu.
— O, ſprich noch, ſprich immer mit mir, rief Graubart's Tochter erfreut. Welch' ein Vergnügen macht es mir, Deine Stimme zu hören!— Zuweilen meine ich, daß ich Dich ſchon ſeit Jahren kenne und daß wir zuſammen erzogen worden ſeien. Aber ich bin doch ſehr unwiſſend; manche von den Worten, die Du da geſprochen haſt, ſind mir völlig neu. Doch ſeltſam! mein Freund, ich verſichere Dich, daß ich nicht ein einziges davon verliere, und daß ich ſie zum Verwundern verſtehe.
Jeanne ſchwieg hierauf einige Augenblicke und dachte nach, dann warf ſie mit einer reizenden, natürlich koketten Bewegung die dichten Locken ihres blonden Haares, welche ihre Stirne be⸗ deckten, zurück, und ſagte freudig:
— Ich entdeckte jetzt, wie es kommt, daß ich Dich ſchon lange zu kennen glaube, während ich Dir geſtern zum erſten Male begegnet bin.
— Theile mir dieſe Entdeckung mit.
— Nein, Du würdeſt Dich über mich luſtig machen—
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