— Mein lieber Louis, Dein Duell mit Laurent wird mor⸗ gen mit Tagesanbruch ſtattfinden; Du mußt ausruhen, ziehen wir uns zurück.
— Du ſollſt Dich morgen mit dem ſchönen Laurent ſchla⸗ gen? fragte Jeanne erſchrocken den jungen Mann.
— Ja, meine Freundin.
— Ich will nicht, daß dies geſchehe, erwiederte Jeanne mit Nachdruck, Laurent würde Dich tödten.
Jeanne ſenkte, lebhaft bewegt, den Kopf und ſchwieg einen Augenblick.
— Ritter Louis, fuhr ſie, den feuchten Blick auf den jungen Mann heftend, bald darauf fort, achte nicht auf meine Worte; ich bin ein junges Mädchen, das nicht weiß, was es ſagt. Deine Ehre erfordert es, daß Du Dich ſchlageſt.
Diesmal war es das erſte Mal in ihrem Leben, daß Jeanne, indem ſie von ſich ſelbſt ſprach, ſich auf ihr Geſchlecht berief.
—
III.
Nichts iſt ſo poetiſch und berauſchend zugleich wie ein amerikaniſcher Wald beim Aufgang der Sonne. Kaum zeigen ſich die erſten Strahlen des Tages, als das impoſante Schweigen der Nacht einer ergreifenden Hymne weicht: Vogelzwitſchern, Summen der Inſekten, das Raſchelnder Schlangen und Eidechſen, die Sprünge der Tiger, der raſche Lauf der Rehe und Damm⸗ hirſche, die durch die Feuchtigkeit der Nacht herabhängenden Zweige der Bäume, die ſich, von der Sonne beſchienen, ſtrecken und winden gleich Reptilien,— dieſe ſeltſamen, verworrenen, verſchiedenen Töne, ein klagendes und wonnevolles Rauſchen, deſſen Urſache man nicht kennt und das von einem unſichtbaren
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